SPD-Kandidatenkür – mit der U-Bahn nach Weißensee | Prenzlberger Stimme

SPD-Kandidatenkür – mit der U-Bahn nach Weißensee

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Nach den innerparteilichen Querelen der vergangenen Jahre versuchte sich die Pankower SPD bei der Aufstellung ihrer Kandidaten für die Berlin Wahl 2016 in Normalität. Im Gegensatz zu vorherigen Veranstaltungen durfte diesmal sogar die Öffentlichkeit dabei sein.

02Für den 35jährigen Torsten Hofer musste seine Wahl zum Kandidaten des Wahlkreises 3 eine besondere Genugtuung gewesen sein.
Vor fast fünf Jahren hatte ihn die Genossen seiner Abteilung (Ortsverband) schon einmal auf den Schild gehoben – doch dem damaligen Pankower SPD Kreisvorsitzende Alexander Götz missfiel die Entscheidung seiner aufs heftigste und so kürte sich damals entgegen aller bisher geübten Gepflogenheiten selbst zum Kandidaten, Er schwor eine ihm getreue Mehrheit in der Kreisdelegiertenversammlung auf sich ein und düpierte damit nicht nur Hofer, sondern auch die Pankower „Nordabteilungen“ der Partei.

Es war der Beginn der Selbstzerfleischung der Pankower Sozialdemokraten, die mit der gegen den Willen der Mehrheit der Mitglieder erfolgten Nominierung des zur Gruppe um Götz gehörenden Klaus Mindrup zum Bundestagskandidaten weiter eskalierte.
Nach der vorhersehbaren Schlappe bei der Bundestagswahl 2013 versuchte die Pankower SPD unter ihrem neuen Vorsitzenden Knut Lambertin die innerparteiliche Demokratie wieder herzustellen.
In langwierigen Auseinandersetzungen wurde ein Modus erarbeitet, der Außenstehenden zuweilen als höchst kompliziert erscheinen mochte, weil in jeder denkbaren Kleinigkeit festgelegt wurde, wie die Aufstellung der Kandidaten zu erfolgen habe. Im Grunde sollte damit die Entscheidungshoheit der Abteilungen wieder hergestellt und die Delegiertenversammlung dazu angehalten werden, die Entscheidungen der Abteilungen zu respektieren. Das hatte offenbar funktioniert und so blieben Kampfkandidaturen aus.

Sandra Scheeres

Sandra Scheeres

Schulsenatorin Sandra Scheeres führt als Spitzenkandidatin die Bezirksliste an und kandidiert im Wahlkreis 5 (Pankow-Süd, Heinersdorf). Der wird diesmal übrigens hochkarätig umworben: Neben der Senatorin treten hier auch Linke-Fraktionschef Udo Wolf und die Landesvorsitzende von Bündnis 80/Die Grünen Bettina Jarrasch in den Ring.

Torsten Schneider, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, kandidiert zum dritten Mal im sicheren Wahlkreis 3 (Pankow-Nord, Niederschön-
hausen-Süd, Französisch Buchholz-West) und die Abgeordnete Clara West zum zweiten Mal im Wahlkreis 7 (Falkplatz, Arnimplatz).

Tino Schopf

Tino Schopf

Nach der Niederlage bei Wahl 2011 und dem vergeblichen Versuch, Pankower SPD-Kandidat für den Bunndestag zu werden, nimmt der Prenzlauer Berger Severin Höhmann nun einen dritten Anlauf (Wahlkreis 8 – Kollwitzplatz, Kastanienallee).
Ihren ersten Versuch wagen dagegen Tino Schopf, der anstelle des nicht wieder angetretenen Nikolaus Karsten kandidiert und der Bezirksverordnete Thomas Bohla, der den grün dominierten Wahlkreis 6 holen will. Letzeter scheint allerdings nicht wirklich davon überzeugt zu sein, Mandatsinhaber Andreas Otto seinen Sitz streitig machen zu können – er ließ sich vorsichtshalber auch noch auf die Liste zur Bezirksver-
ordnetenversammlung setzen.

 Lioba Zürn-Kasztantowicz

Lioba Zürn-Kasztantowicz

Ebenfalls in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen möchte die derzeitige Pankower Schul- und Sozialstadträtin Lioba Zürn- Kasztantowicz.
Da sie in der kommenden Legislaturperiode das Rentenalter erreicht und danach ihr Amt hätte abgeben müssen, hatte die in letzter Zeit ziemlich überfordert wirkende Lokalpolitikerin auf eine erneute Kandidatur für das Pankower Bezirksparlament verzichtet.
Zürn-Kasztantowicz bekam zwar keinen eigenen Wahlkreius, aber auf Platz 5 der Bezirksliste gesetzt, ist sie zumindest nicht völlig chancenlos.
 

 

Neue Gesichter für die BVV

Die Liste für die Bezirksverordnetenversammlung wird von der Fraktionsvorsitzenden Rona Tietje angeführt, die nach dem Willen ihrer Partei dem nicht wieder antretenden Matthias Köhne ins Bürgermeisteramt folgen soll. Auf Platz wurde ihr Stellverteter Gregor Kijora gesetzt, der – so das Wahlergebnis es zulässt – als Stadtrat den Platz von Lioba Zürn-Kasztantowicz einnehmen wird. Rund fie Hälfte der aussichtsreichen Plätze (die SPD verfügt derzeit über 17 BBV-Mandate – wurde mit Neulingen besetzt.
 
Lief die Kreisdelegiertenversammlung der Pankower Sozialdemokraten eher gemächlich ab – eine Drohung hatte es dann aber doch gegeben.
Weißensee, so der dort kandidierende SPD-Landesgeschäftsführer Dennis Buchner, sei im Gegensatz zu Pankow und Prenzlauer Berg der einzige Stadtteil des Bezirks, der weder über eine U- noch eine S-Bahnanbindung verfüge. Er wolle sich dafür einsetzen, dass irgendwann die (in den 1920er schon mal angedachte – ODK) U.Bahn-Strecke vom Alexanderplatz nach Weißensee realisiert wird.

Die Berliner wirds freuen: Endlich mal wieder ein über Jahre dauerndes, milliardenschweres Verkehrsbauprojekt – und dann sogar mitten in der Stadt…

 

Die SPD-Kandidaten für das Berliner Abgeordnetenhaus

 

Wahlkreis 1 Rainer-Michael Lehmann

Wahlkreis 2 Torsten Hofer

Wahlkreis 3 Torsten Schneider

Wahlkreis 4 Dennis Buchner

Wahlkreis 5 Sandra Scheeres

Wahlkreis 6 Thomas Bohla

Wahlkreis 7 Clara West

Wahlkreis 8 Severin Höhmann

Wahlkreis 9 Tino Schopf

 

Die SPD-Kandidatenliste für die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow

 

01 Rona Tietje

02 Gregor Kijora

03 Mechthild Schomann

04 Roland Schröder

05 Stephanie Wölk

06 Thomas Bohla

07 Tannaz Falaknaz

08 Mike Szidat

09 Claudia Hakelberg

10 Yasser Sabek

11 Anna Moreno

12 Matthias Böttcher

13 Annette Unger

14 Marc Lenkeit

15 Anja Gerecke

16 Christian Lüdde

17 Alina Rother

18 Nicolas Drahtschmidt

19 Carolin Lühe

20 Toralf Ließnegg

sowie weitere Kandidatinnen und Kandidaten.

 

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11 Kommentare zu “SPD-Kandidatenkür – mit der U-Bahn nach Weißensee”

  1. Korrektur: Thomas Bohla ist sehr wohl auf der Bezirksliste zum Abgeordnetenhaus und wir gehen mit großer Zuversicht in das Rennen um den Wahlkreis 6, während Severin Höhmann auf einen Platz verzichtet hat.

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    • Wenn Tippfehler sinnentstellend wirken… es sollte „noch“ statt „nich“ heißen… Allerdings bezieht sich der Absatz nicht auf die Bezirlksliste, sondern auf die (zusätzliche) Kandidatur Bohlas zur BVV

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  2. pankow

    Nov 30. 2015

    Vor 5 Jahren ist Hofer nicht als AGH-Kandidat angetreten. Stattdessen schlug er Lubawinski vor. Die damalige KDV wählte Götz in einer Kampfkandidatur. Dass Götz aus beruflichen Gründen später zurückzog ändert nichts daran, dass die Entscheidung der KDV demokratisch legitimiert war. Und selbstverständlich gab es auch diesmal eine Kampfkandidatur.

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    • von ODK

      Dez 01. 2015

      Torsten Hofer wurde 2011 einmütig von den „Nordabteilungen“ nominiert und hatte die Nominierung angenommen. Was dann aus welchen Gründen folgte, ist in zahlreichen Artikeln der Prenzlberger Stimme beschrieben worden. Einfach das Stichwort in die Suchmaske rechts oben eingeben – und los gehts.
      Ansonsten: Nicht alles, was irgendwie noch „demokratisch legitimiert“ ist, hat auch etwas mit einer akzeptablen politischen Kultur zu tun. Der derzeitige Kreisvorsitznde der Pankower SPD sieht das offensichtlich ähnlich. In einem Interview mit der Prenzlberger Stimme vom Juni dieses Jahres (http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=87730) sagte Knut Lambertin bezüglich jener damaligen Vorgänge: „…wir haben daraus gelernt. Das soll sich nicht wiederholen. Wir wollen das weitestgehend unmöglich machen.“

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      • pankow

        Dez 01. 2015

        Ach ODK, Du hast zwar nach Kräften und für Bier und sicher auch mehr die Legendenbildung der Nordabteilungen unterstützt, aber Deine Suchmaske nutzt gar nichts, wenn es statt um den Blickwinkel einiger Protagonisten aus dem Norden um die tatsächlichen Geschehnisse geht. Egal, die SPD ist groß und will sich in ihren Reihen einen Sarrazin leisten. Dann kommt auch die SPD Pankow klar.

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        • von ODK

          Dez 02. 2015

          Mich deucht, Sie verwechseln da etwas. Zuwendungen aus der SPD, die durchaus geldwerten Charakter haben (öffentliche Werbung durch SPD-Bundestagsabgeordnete unter Einsatz des Bundesadlers, verschicken von über 1.000 Werbemails über den Server der SPD-Kreisgeschäftsstelle Pankow etc.), sind nicht mir, sondern dem Prenzlauer-Berg-Blog des SPD-Genossen Phlipp Albert Sch. zuteil geworden (ich hätte mir ein solche Tun – wie dann ja such beim Ströbele-Angebot geschehen – strikt verbeten). Falls diese Vorgänge bei Ihnen in Vergessenheit geraten sein sollten, einfach das Stichwort in die Suchmaske rechts oben… – ach so… „Legendenbildung…“. Tja, also dann die entsprechenden Stichworte bei der Berliner Zeitung, dem Tagesspiegel, der Süddeutschen…

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  3. Reply to this comment
    • „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld. Wer hat so viel pinke pinke…“
      Jeder Kilometer U-Bahnbau kostet Pi mal Daumen das Zehnfache des Straßenbahnbaus. Da sollte dann doch schon die Straßenbahn den Vorrang haben.
      Und das schöne zwischen Alex und Weißensee ist ja: Die Tram-Stecke muss gar nicht erst gebaut werden – sie ist schon da!

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    • Sicherlich ist die Tramstrecke da, aber diese Strecke kommt jetzt schon an Kapzitätsgrenzen, wird der wachsenden Stadt nicht gerecht. Mehr als 2-3-Minuten-Takt zur Rushhour geht nicht. Der Zeitpunkt ist da, wo es U-Bahn und Tram braucht, um den Verkehr nach Weißensee abwickeln zu können. Zumal Großteil der U-Bahn-Strecke auch schon existiert, mindestens gibt es Tunnelanlagen vom Alex bis zum S-Bhf Greifswalder Str. (tr)

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  4. Tom

    Dez 02. 2015

    Folgendes ist nicht ganz korrekt: „…Pankower Sozialdemokraten, die mit der gegen den Willen der Mehrheit der Mitglieder erfolgten Nominierung des zur Gruppe um Götz gehörenden Klaus Mindrup zum Bundestagskandidaten weiter eskalierte.“
    Keine/r der Kandidaten hatte nach dem parteioffenen Abstimmungen eine Mehrheit. Dementsprechend sind die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen, so wie es in der Pankower SPD einstimmig vereinbatr war, in eine „Stichwahl“ auf einer Kreisdeligiertenversammlung gegangen. Dort hat es Mindrup geschafft, die Stimmen der nicht mehr angetretenen Kandidaten zu sich hinüber zu ziehen. So wie es bei jeder Art von Stichwahl möglich ist.
    Zu behaupten, die Mehrheit der Pankower SPD wollte Ihn nicht, ist somit schlicht gelogen.

    Ich finde es wirklich schade, dass ein persönlicher Streit dazu führt, dass sämtliche journalistische Mindestanforderungen fallen gelassen werden…

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    • von ODK

      Dez 02. 2015

      Die Kandatin, die Klaus Mindrup auf den ehrenvollen zweiten Platz verwies, erhielt bei der Mitgliederbefragung die relative Mehrheit. Eine absolute Mehrheit hatte für andere Kandidaten und also nicht für Mindrup gestimmt. Die Behauptung, die Mehrheit der Pankower SPD wollte ihn nicht, ist also zutreffend. Die Einzelheiten sind in der Prenzlberger Stimme nachzulesen.
      Und was Ihre Bemerkung vom „persönlichen Streit“ betrifft: Mich hat das von Herrn M. veranstaltete Bohai vor allem amüsiert, wie man unschwer z.B. hier http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=60954 oder hier http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=67189 erkennen kann. Oder konkreter: Es war eine Mischung aus Amüsement und grenzenlosem Staunen. Staunen ob des vollständigen Fehlens jeglicher politischer Professionalität, darüber, dass er sich mit Schaum vor dem Mund und bar jeder Selbstbeherrschung selbst in eine Situation brachte, bei der er – abseitig des Juristischen – in der Öffentlichkeit nur verlieren konnte.

      Nein, ich bin ihm nicht gram.

      Aber zuweilen tut er mir in seinem Unvermögen ein bisschen leid.

      Gruß nach nebenan

      ODK

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