Zwei Containerdörfer und drei „Modularsiedlungen“ im Bezirk Pankow geplant | Prenzlberger Stimme

Zwei Containerdörfer und drei „Modularsiedlungen“ im Bezirk Pankow geplant

Greifswalder 80d1

 

Dreißig „Containerdörfer“ zur Unterbringung von jeweils bis zu 500 Flüchtlingen sollen in den kommenden Monaten auf landeseigenen Grundstücken entstehen. Die dafür nötigen Mittel in Höhe von 78 Millionen Euro hat der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses bereits freigegeben. Unter den ersten fünfzehn den Standorte, die in den vergangenen Tagen bekannt geworden sind, befinden sich auch zwei Pankower Grundstücke. Das eine befindet sich in der Rosenthaler Kirchstraße, das andere in der Greifswalder Straße 80d in Prenzlauer Berg.

contGreifswalder Straße 80d? Da einer Freifläche logischerweise kein Haus mit Hausnummernschild zuzuordnen ist, muss man sich auf Karten wie jene von Google Maps verlassen… – und ist verlassen.
Das wäre nicht weiter tragisch, wenn wenigstens der Eigentümer Bescheid wüsste, wo sich denn seine Immobilien so befinden. Doch eine Nachfrage bei der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hatte nur eine große Ratlosigkeit zur Folge – seit Freitag Vormittag sucht man dort nun, wo denn möglicherweise…

karte2Nach Recherchen der Prenzlberger Stimme handelt es sich bei den Grundstücken am S-Bahnhof Greifswalder Straße um eine eben nicht üppige Fläche zwischen dem „Stinnes“- Bürohaus und einem einstöckigen Handelsgebäude, in dem unter anderem Motorroller und italienische Spezialitäten angeboten werden (siehe Karte).
Weiterhin begrenzt wird das Areal vom an den Bahngleisen ansässigen Betonwerk sowie einen Baum- und Buschstreifen an der Eugen-Schönhaar-Straße.
Dass auf dieser nicht eben großen Fläche 500 Menschen untergebracht werden sollen, erscheint schwer vorstellbar, auch dann, wenn die Container vierstöckig gestapelt werden sollten. Man glaubt zu ahnen, was BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring meinen könnte, als sie gegenüber dem rbb verlauten ließ, für die schnelle Errichtung müsse man Abstriche bei der Qualität der Container machen: Das Land steige „eher vom Mercedes unter den Wohncontainern auf den Käfer um“. Mit „Mercedes“ waren wohl solche Unterkünfte wie jene in Berlin-Buch gemeint.
 

MUFs für die halbe Ewigkeit

Neben den Containern, die nach den Vorstellungen des Senats nach etwa drei Jahren wieder abgebaut werden sollen, sind auch sechzig modulare Unterkünfte für Flüchtlinge geplant (denen man die schöne Abkürzung „MUF“ gegeben hat), die mindestens sechzig Jahre halten sollen.

mufNach der Prenzlberger Stimme vorliegenden Informationen stehen bisher drei MUF-Standorte im Bezirk Pankow fest: Lindenberger Weg (Buch), Wolfgang-Heinz-Straße (Buch) und Siverstorpstraße (Karow).

Die Errichtung solcher Siedlungen greift im Gegensatz zur Aufstellung der temporären Containerdörfern nachhaltig in die Bauplanungen der Bezirke ein und bedarf daher einer Konsultation der Landesregierung mit den betroffenen Bezirksverwaltungen.
Dem Vernehmen nach sollen Anfang dieser Woche bereits 27 Standorte mit den Bezirken abgestimmt worden sein. Eine entsprechende Nachfrage der Prenzlberger Stimme beim Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne heute (Dienstag Mittag) ergab allerdings, dass ihm bis dato nicht einmal die Standorte offiziell zur Kenntnis gegeben wurden.
 
 

Obergrenze, Untergrenze

Bleibt es bei den fünf neuen Pankower Flüchtlingsunterkünften , wäre das eine erhebliche Reduzierung zu den Ende letzten Jahres bekannt gewordenen elf Standorten, die auch wegen ihrer Konzentration auf den Raum Karow/Buch für Unwillen bei einer Anzahl von Bezirksverordneten gesorgt hatte.
Auf der heutigen Senatspressekonferenz wurde zudem verkündet, dass eine Ober- und eine Untergrenze für die neu zu bauende Flüchtlingsunterkünfte vereinbart wurde. Demnach sollen in jedem Bezirk mindestens fünf und höchstens neun Standorte für zusätzliche Bauten ausgewählt werden.
Mit den fünf bekannt gewordenen Orten (zwei Containerdörfer, drei MUFs) hat Pankow zumindest schon einmal die Untergrenze erreicht.

 

 

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail


No comments.

Kommentar schreiben