NPD droht mit „körperbetontem Wahlkampf“ | Prenzlberger Stimme

NPD droht mit „körperbetontem Wahlkampf“

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Am Ende der abgekürzten, aber wegen einer fast eineinhalbstündigen Wartezeit doch lang andauernden NPD-Demonstration vom Montag mit dem Titel „Das Boot ist voll – Asylbewerber abschieben“, zeigte sich Pankows NPD-Chef Christian Schmidt gereizt: Man werde wiederkommen und Prenzlauer Berg „Haus für Haus, Straße für Straße“ zurückerobern. Es werde einen „körperbetonten Wahlkampf“ geben, bei dem sich die Protestierer „nicht hinter zweitausend Polizisten verstecken“ könnten.
Schmidts Ärger hatte Gründe.

Zum einen dauerte es wohl über den angekündigten Demonstrationsbeginn um 18.30 hinaus, bis die für die Nutzung des Fahrdamms nötigen 50 Personen erschienen waren. Später, als einige Versprengte vom Antonplatz – dem ursprünglich von der NPD angegebenen Veranstaltungsort – dazustießen, wurden es sogar noch ein paar mehr.
Zum anderen musste der aus Nazis aus ganz Berlin rekrutierte Trupp geschlagene achtzig Minuten unter den Brücken am S-Bahnhof Greifswalder Straße warten, bis er losmarschieren durften. Und schließlich ging es nicht mehr über die ursprünglich geplante Route vom S-Bahnhof Greifswalder Straße über den Antonplatz bis zum Bahnhof Prenzlauer Allee sondern nur noch direkt über die Grellstraße zum Endpunkt des Aufmarsches.

Denn entlang der Greifswalder Straße kam es immer wieder zu Blockierungen der Fahrbahn. Die Polizei ging zwar mit Gewalt und unter Einsatz von Pfefferspray gegen die Blockierer vor, schien die Sache aber dennoch nicht im Griff zu bekommen.


06Zum anderen hatten sich bereits um 18 Uhr gut 200 NPD-Gegner an der Weißenseer Smetanastraße zu einer Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch versammelt. Darüber hinaus befanden sich am Antonplatz, auf dem die Pankower Nazis eine Zwischenkundgebung abhalten wollten, an die dreihundert Protestierer, zu denen sich später auch noch die Teilnehmer des Weißenseer Demonstrationszuges gesellten.

Angesichts dieser großen Anzahl an NPD-Gegnern

00unmittelbar an der Aufzugsstrecke sah sich die Polizei, die nach Angaben der Polizeipressestelle mit 500 Beamten vor Ort war, offenbar außerstande, einen „ordnungsgemäßen“ Ablauf des fremdenfeindlichen Aufmarsches zu garantieren.

Während des des 1.200 Meter langen Weges zwischen den S-Bahnhöfen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee wurde der Naziaufzug auf dem Bürgersteig der Gegenfahrbahn von cirka zwanzig Protestierenden begleitet – argwöhnisch begleitet von der Polizei.
Einige Anwohner Grellstraße brachten zudem von den

25Fenstern ihrer Wohnungen aus ihren Unwillen über den NPD-Aufmarsch zum Ausdruck.
Als der Zug schließlich an der Kreuzung Prenzlauer Allee eintraf, wurde er lautstark von etwa 300 Nazigegnern empfangen, die vom Antonplatz nach Prenzlauer Berg herübergekommen waren.
Polizeibeamte mussten mehrfach einige vom plötzlichen Gegenwind überraschte, zudem offenbar angetrunkene Nazis davon abhalten, auf ihre Gegner loszugehen – beziehungsweise loszutorkeln.

Während sich die NPDler zu ihrer Abschlusskundgebung zwischen Straßenbahnhaltestelle und S-Bahnhof sammelten, wuchs Zahl der Protestierenden auf ungefähr fünfhundert an.

38Sowohl auf der dem Bahnhof gegenüberliegenden Straßenseite, als auch auf der Bahnhofsseite und südlich der S-Bahnbrücke waren nun lautstarke Protestrufe zu vernehmen.

Der Regler der NPD-Lautsprecherverstärker dürften bis zum Anschlag aufgedreht worden sein, als der Berliner NPD-Landeschef die „Willkommensklatscher“ dazu aufforderte, ihre Unterstützung für die Flüchtlinge einzustellen. Die Antwort war ein vielhundertstimmiges „Halt die Fresse!“

In Prenzlauer Berg, das zeigte dieser Naziaufmarsch erneut, steht die NPD auf verlorenem Posten.
 

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