Zoff im Ordnungsamt | Prenzlberger Stimme

Zoff im Ordnungsamt

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Die Zentralen Anlauf- und Beratungsstelle (ZAB) des Pankower Ordnungsamtes auf dem Bezirksamtsgelände an der Fröbelstraße ist so etwas wie das Zentrum des Pankower Ordnungsamtes. Hier steht zum Beispiel das Telefon, mit dem die Beschwerden, Hinweise und sonstigen Nachrichten der Pankower Bürger an das Ordnungsamt entgegengenommen werden oder Hinweise und Ratschläge erteilt werden.

Vor gut einer Woche vermeldete das Bezirksamt nun, dass bei der ZAB auf nicht absehbare Zeit mit Einschränkungen des Dienstbetriebes gerechnet werden.

Als Grund wurden „mehrere krankheitsbedingte Ausfälle in dem Bereich“ genannt.

Kaum war die Meldung in der Prenzlberger Stimme erschienen, klingelte das Telefon. Jemand, der sich als Mitarbeiter des Pankower Ordnungsamtes zu erkennen gab, stellte die Gründe für die Einschränkungen der Dienstleistung für die Pankower Bürger etwas anders dar. Weitere Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die Kontakt zur Prenzlberger Stimme suchten, erzählten ähnliches.
 

Arbeitsrechtsstreitigkeiten zulasten des Bürgerservice

So wurde übereinstimmend berichtet, dass die ZAB sowieso nur mit einem Mitarbeiter besetzt war: Mit einem sich außendienstuntauglich gemeldeten Angehörigen der Parkraumüberwachung. Nach der Feststellung der tatsächlichen Außendienstuntauglichkeit durch den Medizinischen Dienst sei er von der Leiterin der Parkraumüberwachungsgruppe vom Dienst „freigestellt“ worden. Deshalb sein die ZAB nun gar nicht mehr besetzt und der Telefonservice für die Bürger nicht mehr erreichbar.

Die „Freistellung“ sei zudem ohne Entgeltfortzahlung erfolgt, zugleich soll diesem Mitarbeiter ein Hausverbot für die beiden vom Ordnungsamt genutzten Gebäude auf dem Bezirksamtsgelände an der Fröbelstraße erteilt worden, um so dessen Erscheinen am Arbeitsort und die damit verbundene Verpflichtung zur Weiterzahlung des Gehalts zu umgehen. Ein Vorgehen, so die Informanten, das sich im Bereich der Parkraumbewirtschaftung nicht zum ersten Mal ereignet hat und offenbar dazu dienen soll, Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Außendienst tätig sein können, loszuwerden.
 

Kein Dementi vom Bezirksstadtrat

Träfe dies alles so zu, wäre das schon ziemlich starker Tobak. Also fragt die Prenzlberger Stimme beim zuständigen Bezirksstadtrat Torsten Kühne nach: Was ist dran an den Berichten? Die Antwort des Stadtrats traf nach einer Woche ein:

„Der eingeschränkte Dienstbetrieb in der Zentralen Anlauf- und Beratungsstelle des Ordnungsamtes resultiert aus der Tatsache, dass nahezu 50% der in diesem Bereich regulär eingesetzten Dienstkräfte längerfristig erkrankt sind. Eine Erfüllung der Aufgaben ist in diesem Bereich daher z. Zt. nicht in der gewohnten Qualität zu gewährleisten. Der zeitlich befristete Einsatz von außendienstuntauglichen Mitarbeitern kann den Ausfall von regulären Dienstkräften grundsätzlich nicht ausgleichen.
Durch die Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie weiterer präventiver Maßnahmen ist das Bezirksamt bemüht, die Gesundheitsquote zu erhöhen und Außendienstuntauglichkeit zu verhindern. Zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes sind im Falle von dauerhafter Außendienstuntauglichkeit aber auch arbeitsrechtliche Maßnahmen notwendig. Hierbei orientiert sich das Bezirksamt auch an den Erfahrungen aus anderen Bezirken.“

Ein Dementi klingt irgendwie anders.

 

 

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2 Kommentare zu “Zoff im Ordnungsamt”

  1. Da geht einem ja das Herz auf (Achtung Ironie!)

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  2. Maren

    Dez 07. 2018

    Zitat Bezirksstadtrat: „Durch die Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie weiterer präventiver Maßnahmen ist das Bezirksamt bemüht, die Gesundheitsquote zu erhöhen und Außendienstuntauglichkeit zu verhindern.“

    Nach über 2Jahren würde mich interessieren wie das betriebliche Gesundheitsmanagement ausgebaut wurde. Können die Mitarbeiter des Außendienstes an einem betrieblichen Sportprogramm teilnehmen? Oder ist dieses Angebot nur dem Innendienst vorbehalten. Wie sieht das betriebliche Gesundheitsmanagement im Bezirk aus?

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