Kinder-Fahrraddemo für „Temporäre Spielstraße“ | Prenzlberger Stimme

Kinder-Fahrraddemo für „Temporäre Spielstraße“

fahrraddemo

 

Der „Volksentscheid Fahrrad“ und die Initiative „Temporäre Spielstraße“ rufen für Sonntag, dem 11. September zur Kinderfahrraddemo auf. Treffpunkt ist der Neptunbrunnen am Roten Rathaus. Um 14 Uhr werden sich die kleinen und großen Protestradler in Richtung Humannplatz in Bewegung setzen.
Anlass ist das nach wie vor in der Schwebe befindliche Verfahren um das ca. vierzig Meter lange Teilstück der Gudvanger Straße, das das Bezirksamt auf Initiative von Eltern, Kitas und Jugendeinrichtungen zu einer sogenannten Temporären Spielstraße Spielstraße umwidmen wollte.
Temporäre Spielstraßen sind zeitweilig für den Fahrzeugverkehr gesperrte und für das Spielen freigegebene Straßen oder Straßenabschnitte.

Nachdem Anwohner des einzigen an dem Straßenteil befindlichen Wohnhauses mehrfach dagegen geklagt hatten, liegt das Projekt nun vorerst auf Eis. Das Bezirksamt wartet die Entscheidung des von den Hausbewohnern erneutb angerufenen Verwaltungsgerichts ab

 

„Kinder müssen rein, damit die Autos draußen spielen können“

Doch den Initiatoren geht es dabei nicht nur um die Gudvanger Straße.

Nach den Worten der Veranstalter soll die Kinder-Fahrrad- und Spieldemonstration unter dem Motto „Spielend für ein sicheres und kinderfreundliches Berlin“ darauf aufmerksam machen, dass „es kaum sichere Radwege gibt, auf denen Kinder alleine und sicher von A nach B kommen könnten. Ebenso versperren jährlich zehntausend zusätzliche Autos Flächen, auf denen Kinder sonst spielen würden.“

„Die Kinder müssen rein, damit die Autos draußen spielen können“, sagt denn auch Stefan Meißner vom Volksentscheid Fahrrad und Initiator der Demonstration. „Wir haben uns längst an eine Stadt gewöhnt, die Kindern ihrer elementaren Rechte beraubt: spielen und sich frei bewegen zu können“.
Mit der Demonstration werde von der Politik das Recht der Kinder auf Spielen im öffentlichen Raum und eine sichere Stadt eingefordert.

Zumindest bei den Pankower Politikern rennen die Veranstalter damit offene Türen ein.
Denn die Einrichtung der Temporären Spielstraße wurde von allen Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) befürwortet, dazu gibt es einen einstimmigen BVV-Beschluss.

 

Pankower Politiker für Temporäre Spielstraßen

Und so wird die Demonstration am Sonntag, zu der die Veranstalter mehr als einhundert Kinder erwarten, nicht nur von Greenpeace Berlin, vom Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden DaKS, von den Freunden der Jugendverkehrsschule Moabit und verschiedenen Kitas im Prenzlauer Berg unterstützt, sondern auch von Pankower Mandatsträgern und Wahl-Kandidaten.

Nach der Ankunft des Fahrradkorso in der Gudvanger Straße werden Bezirksstadtrat Torsten Kühne (CDU), die Abgeordnete und Kandidatin für den Wahlkreis 7 Clara West (SPD), der Abgeordnete und Kandidat für den Wahlkreis 8 Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen), BVV-Spitzenkandidat Sören Benn (DIE LINKE) und Ulrich Zedler, Direktkandidat der Piratenpartei im Wahlkreis 1 ab 15.30 Uhr an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, auf der es auch um sichere Fahrradstraßen für Kinder geht, um das Sichermachen von gefährlichen Kreuzungen und um die Änderung des Berliner Straßengesetzes, um damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, überall in der Stadt „Temporäre Spielstraßen“ rechtssicher einrichten zu können.

 

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Kommentar zu “Kinder-Fahrraddemo für „Temporäre Spielstraße“”

  1. Noch kann ich denken

    Sep 10. 2016

    Hallo
    Erstmal müssen Kinder bis zum 8 Lebensjahr auf den Gehweg fahren.
    Ich finde es eine Unverschämtheit, Kinder hier für eine Ideologie der Eltern zu „mißbrauchen“ , damit diese ihre Wahnvorstellungen von z.B. Spielstraßen durchsetzen können.

    Speziell Spielstraße in der Gudvangerstraße, schaut es doch so aus, das dort ein sehr großer Park vorhanden ist, wo sie unbeschwert spielen können. Nach meiner Meinung, wird hier nur ein weiterer Grund gesucht, Autos aus der Stadt zu verbannen. Also, Blödsinn mal wieder.

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