Reizen auf Bornholm | Prenzlberger Stimme

Reizen auf Bornholm

 

Der “Weiße Hirsch” am Arnimplatz war bereits vor Monaten verendet, so dass sich die Skatrunde zur Unterstützung des Sozialcafés “Treffpunkt” der Heilsarmee Prenzlauer Berg ein neues Domizil suchen musste.
Gefunden hatte sie es im Vereinsheim der Kleingartenanlage “Bornholm II” unterhalb der geschichtsträchtigen Bösebrücke am einstigen Grenzübergang von Ost- nach Westberlin.

Während das benachbarte “Bornholm I” zu DDR-Zeiten direkt zum Grenzgebiet zählte und nur für ganz besonders Auserwählte zugänglich war, konnte durch “Bornholm II”, erzählte Kleingartenvereinsvorsitzender Edwin Damrose, auch ganz normale DDR-Bürger lustwandeln. Aus dieser Zeit stammt auch die am Vereinsheim angebrachte und bisher Wind und Wetter und politische Veränderungen trotzende Anerkennungstafel: “Staatlich anetkanntes Naherholungsgebiet”.

Die zwei Bornholms sind aber noch ein bisschen älter: Im vergangenen Jahr feierten beide Schwestervereine den 120. Geburtstag ihrer Anlagen.

Möglicherweise wird Bornholm II in den kommenden Jahren schrumpfen. Sechs Gärten, so Edwin Damrose, werden dann wohl planiert, „weil der Platz für den Bau einer Schulsporthalle benötigt wird.“ Bis 2020 habe die Kleingartenkolonie noch einen Bestandsschutzgarantie, aber was danach kommt, sei ungewiss.

Drinnen im Vereinsheim gibt es einen neuen Pächter: Wolf Spors, der früher mal das „Garbaty“ betrieben hatte, zapft nun für die Laubenpieper.

Gezapft wurde an diesem Tag aber wenig, dazu stand die Sonne noch viel zu hoch am Himmel.
Die achtzehn Skater (nicht zu verwechseln mit Skater – also die mit den Rollenbrettern unter den Füßen) begnügten sich zumeist mit Kaffee oder Apfelschorle.

Am Ende war es wie in der Fußballbundesliga: Die Mannschaften spielen um den Meisterschaft – den Titel holt

sowieso der FC Bayern. Übertragen auf das Benefiz-Skatturnier des CDU-Ortsverbandes Schönhauser Allee heißt das: Der Sieger heißt sowieso Christian Zippel.

Der einstige Chefarzt aus dem Klinikum Buch und nachmalige Gesundheitsstadtrats des letzten Ostberliner Magistrats, der zur Zeit auf Rang 1.605 der Skatweltrangliste steht, gewann auch diesmal den Präsentkorb in Form einer prall gefüllten Aldi-Tüte.

Und gewonnen hatte natürlich auch die Heilsarmee Prenzlauer Berg, für deren Sozialcafé 176 Euro eingespielt wurden.

 

 

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail


No comments.

Kommentar schreiben