110 von 117 Pankower Schulen sanierungsbedürftig | Prenzlberger Stimme

110 von 117 Pankower Schulen sanierungsbedürftig

 

An Berliner Schulen bröckelt es gewaltig. Das ist nun wirklich keine Neuigkeit. Auch die Pankower Bildungseinrichtungen sind davon nicht ausgenommen.

Um nun überhaupt erst einmal festzustellen, wie groß der den seit Jahren andauernden Sanierungsstau an den Berliner Schulen mittlerweile geworden, hatte der Senat im vergangenen jahr einen sogenannten Gebäudescan durchführen lassen, in dem der jeweilige Zustand der Schulen nach einheitlichen Kriterien aufgelistet wurde.

Danach beträgt der Sanierungsbedarf aller den Bezirken unterstehenden Schulen – einschließlich der Freiflächen und Sportanlagen – stolze 3,9 Milliarden Euro. Eine stolze Summe, zumal jene Schulen, die sich bereits in der Sanierung oder zumindest doch bereits in der Investitionsplanung 2015 bis 2019 befinden, bei dieser Bestandsaufnahme nicht berücksichtigt wurden.
 

Je nach Zustand wurden die Schulen in drei Prioritätsstufen eingeteilt:

– Priorität 1: Verhinderung des Ausfalls von Schulraumkapazität

– Priorität 2:Verhinderung des – verteuernden – Verlustes von Bausubstanz, um späteren höheren Instandsetzungs-/ Erhaltungskosten vorzubeugen

– Priorität 3: Reduktion der CO²-Emissionen durch Maßnahmen zur Energieeinsparung und damit Senkung der Betriebskosten.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Sieben Schulen des Bezirks sind prädikatslos geblieben und damit voll intakt. Die anderen 110 unter Bezirkshoheit stehenden Bildungseinrichtungen sind mehr oder weniger reparaurbedürftig.

Unter Priorität 1 fallen in Pankow 11 Schulen, für die insgesamt – inclusive Sporthallen, Außenflächen und herzustellender Barrierefreiheit – Sanierungskosten in Höhe von fast 143 Millionen Euro errechnet wurden. Allein für das Primo-Levi-Gymnasium schlagen da mehr als 12 Millionen Euro zu Buche.

Weitere „Priorität-1-Schulen“ in Pankow sind die Heinrich-Roller-Grundschule, die Schule am Falkplatz, die Bornholmer Grundschule, die Grundschule am Weißen See, die Elisabeth-Christinen-Grundschule, die Gustave-Eiffel-Schule, die Tesla-Gemeinschaftsschule, die Hufeland-Schule und das Max-Delbrück-Gymnasium.
 

Mehr Geld für die Sanierung noch in diesem Jahr

Das die für 2017 vorgesehen Mittel von 70 Millionen Euro sind da natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Deshalb werden in dem vom Abgeordnetenhaus in dieser Woche zu verabschieden Nachtragshaushalt 25 Millionen draufgepackt. Im kommenden Jahr sollen dann 120 Millionen Euro für die Schulsanierung in den Haushalt eingestellt werden.
Weitere Finanzmittel für Sanierungsmaßnahmen werden aus Förderprogrammen des Bundes wie zum Beispiel die Programme „Soziale Stadt“, „Stadtumbau Ost“ oder „Städtebaulicher Denkmalschutz“ dazukommen.
Darüber stehen stehen für die Sanierung von Schulgebäuden 163 Millionen Euro aus aus dem SIWANA („Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds) zur Verfügung, in das jährlich ein Prozent des Berliner Haushaltes eingezahlt werden.

Welche Schulen nun in welcher Reihenfolge saniert wird, muss nun der Bezirk an Hand der Prioritäten aber eben auch der schulorganisatorischen Erfordernisse entscheiden – denn der Unterricht muss ja auch weitergehen. .

Bereits jetzt sind im laufenden Haushalt über sechs Millionen Euro für bereits laufende oder vorgesehene Sanierungsmaßnahmen an fünfzehn Pankower Schulen bewilligt.
 

Und zwar:

 

Auch das Budget für die Instandhaltung wird aufgestockt

Dass es überhaupt dazu kam, dass die schulische Infrastruktur derart verfallen konnte, lag an der sogenannte „Konsolidirungspolitik“ des Senats unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit („sparen bis es quietscht“), durch die die Infrastruktur der Stadt regelrecht kaputtgespart wurde. Auch finanzielle Mittel für Instandsetzungsmaßnahmen fielen dieser Austeritätspolitik zum Opfer.

Anders die jetzige Landesregierung: Um weitere Schadensfälle möglichst zu vermeiden, werden mit dem Nachtragshaushalt 2017 die Mittel für die Instandhaltung der Schulen von 42 auf 112 Millionen Euro aufgestockt. Im kommenden Jahr sollen dafür dann über 150 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

 

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28 Kommentare zu “110 von 117 Pankower Schulen sanierungsbedürftig”

  1. Na dann – Kohle ran.

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  2. An Ders via Facebook

    Mrz 20. 2017

    Was nur?!?Dann gibt es ja noch 7 reicht doch
    Ironie off!

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  3. An Ders via Facebook

    Mrz 20. 2017

    Also schicke ich meine Tochter mit Helm und Sicherheits Klamotten in die Schule
    Das ist ein Armutszeugnis für die überbezahlten Politiker

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  4. Hauptsache Rot-Rot-Grün führt die „Willkommensinfrastruktur“

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  5. Ist das echt ein Terminus der Verwaltung ?

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  6. 170 mio für ein 2.Ligastadion (das keiner braucht) sind da…. 😀

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  7. „Willkommensinfrastruktur“ ist ein Terminus des Koalitionsvertrages.
    S. 111. Koalitionsvertrag SPD – Die Grünen – Die Linke http://www.faktum-magazin.de/2016/11/berlin-der-rot-rot-gruene-koalitionsvertrag-im-blick/

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  8. Das ist der Hammer,und eigentlich ist genug Geld da. Nur mit der Verteilung hapert es gewaltig

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  9. Man kann man was von dem BER was abzweigen, denn da werden ja jeden Tag 1,2 Millionen Euro für den Unterhalt verballert.

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  10. Wie groß ist Pankow, dass es überhaupt 117 Schulen hat?

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  11. Naja mit dem was jetzt alles zu Pankow dazu gehört kann das gut sein

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  12. Pankow hat fast 400.000 Einwohner…

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  13. Und ich dachte, das sei ein spießiges kleines Randkaff O.o (sorry, war nie dort, ziehe demnächst hin)

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  14. Ich bin auch Vermieter…alles ist möglich 🙂

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  15. Was du nich sagst…. Eigenbedarf? „Die Anna Giladi existiert nicht, ihre Mutter will die Wohnung bloß verkaufen!“. Räumungsklage nach Vorweisung meiner Geburtsurkunde? „Ich bin nur dann seelisch zum Auszug in der Lage, wenn ich mit €10.000 dazu bestochen werde!“
    Seitdem Funkstille.

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  16. Leute wir können nicht mehr zugucken.

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