“Widerruf des Widerrufs einer fiktiven Genehmigung…” | Prenzlberger Stimme

“Widerruf des Widerrufs einer fiktiven Genehmigung…”

 

An manchen Tagen kann man den Eindruck bekommen, dass die Bundestagswahl auf den 24. September gelegt wurde, weil an dem Tag auch über das von der FDP initiierte Volksbegehren Sachen Flughafen Tegel abgestimmt wird. Die erstaunlich heftige Diskussion über den Berliner Innenstadtflughafen verschiebt zuweilen ein wenig die Relationen.
Das ist auch im Bezirk Pankow, der direkt in der Einflugschneise von Tegel liegt, nicht anders.
Doch kann der alte Flughafen wirklich eine Zukunft haben? Die Prenzlberger Stimme diskutierte darüber mit Sophie Regel, die für die FDP in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung sitzt und eine engagierte Befürworterin Weiterbetriebs des Airports ist und Stefan Gelbhaar, verkehrspolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, der für die Schließung des des Tegeler Flughafens eintritt.

 

titel4cDas ist schon ein bisschen ungewöhnlich. Normalerweise wird bei einem Volksentscheid ja über ein Gesetz entschieden – hier ist es mal eben nur ein “Aufforderung” an den Senat…
Ist das nicht ein etwas unentschieden? Warum nicht gleich Nägel mit Köpfen und ein richtiges Gesetz, über das dann abgestimmt wird?
Die FDP- Fraktion hat im Abgeordnetenhaus dazu auch ein Gesetz eingebracht.

titel3bEin Gesetz? Der Text, über den abgestimmt wird, ist doch kein Gesetzentwurf.

In der Tat hat die FDP im Berliner Abgeordnetenhaus auch ein Gesetz zum Flughafen Tegel eingebracht. Für die Volksabstimmung wurde allerdings nur ein Beschlussauftrag formuliert. Das liegt wohl daran, dass die FDP eine Rechtsprüfung umgehen wollte. Denn beim Weiterbetrieb des Flughafens wären ja auch andere in ihren Rechten berührt - etwa das Land Brandenburg oder der Bund. Da hätte es sicher eine langwierige Prüfung bis hin zum Verfassungsgericht gegeben. Doch dann wäre der Abstimmungstermin zur Bundestagswahl nicht mehr zu halten gewesen. Ein Beschluss ist aber nicht bindend. Das wollte die FDP genau so.

titel4cGesetzt den Fall, die Mehrheit der Berliner Wahlberechtigten stimmt für den Beschlussentwurf – was wären die nächsten Schritte?

Zuerst einmal das Gespräch mit den anderen Anteilseignern suchen und dann die verwaltungstechnischen Schritte dafür einleiten, dass der Weiterbetrieb möglich wird.

titel4cBrandenburg sagt konsequent “Nein”, die Bundesregierung sagt “Nein” – mit Ausnahme des Verkehrsministers, der “Ja” sagt – was insgesamt auch nur auf ein eindeutiges “Jein” hinausläuft. Aber allein mit der Brandenburger Ablehnung ist die Sache doch schon gelaufen und der Tegeler Flughafen macht dicht.

Das liegt doch an den Argumenten, die man vorbringt.

titel4cWelche neuen Argumente sollten die Brandenburger Landesregierung denn noch überzeugen können?

Der Hauptansatzpunkt der FDP ist, dass die Kapazitätsberechnungen aus der Mitte der 1990er Jahre, aber auch die von 2004 nicht mehr realistisch sind. Und deshalb müssten die Anteilseigner konsequenterweise einsehen, dass ihr ursprüngliches Betriebskonzept nicht mehr...

titel4cAber dieses Argument ist doch auch in Potsdam bereits bekannt – und trotzdem sagt die Brandenburger Landesregierung weiterhin “Nein”. Ist die Sache damit nicht eigentlich schon beendet, bevor der Volksentscheid überhaupt stattgefunden hat?

Nein, sie ist nicht beendet.



Wenn Brandenburg "Nein" sagt, dann ist das Thema beendet, wenn der Bund "Nein" sagt, ist das Thema auch beendet.

titel4cWas für Vorteile gäbe es denn für den Fall, dass der Flughafen Tegel nach der Eröffnung der BER nicht schließen würde?

Vorteile gibt es viele. Der Hauptgrund für eine Offenhaltung sind die Engpässe, die es am BER geben wird - also für den Fall das der überhaupt öffnet. Die Engpässe bezieht sich nicht nur auf die Passagierzahlen, sondern auch auf die Flugbewegungen. Der BER ist aktuell für 62 Flugbewegungen in der Stunde ausgelegt. Bereits jetzt gibt es - Tegel und der alte Schönefelder Flughafen zusammengerechnet - 68 Starts oder Landungen in der Stunde. Schon das zeigt, dass neben dem BER ein weiterer Flughafen ergänzend in Betrieb sein muss.

titel3bDas klingt irgendwie logisch.

Das erst einmal nicht logisch, weil allein in Pankow viele zehntausend Menschen vom Fluglärm betroffen sind. Und für diese Menschen ist es erstmal logisch, dass Politik verlässlich ist. Die Politik hatte seinerzeit über alle Parteigrenzen hinweg beschlossen, dass Tegel schließt, wenn der neue Flughafen eröffnet wird. Darauf verlassen sich die Leute und das zu recht. Denn der Lärm nervt nicht nur, er macht auch krank. Ich denke, das ist die Logik, die dahinter steckt. Das ist Gesundheitsschutz, da geht es um die Menschen. Das sollte man akzeptieren.

titel3bWas aber tun, wenn die Kapazitäten des neuen Flughafen nicht ausreichen?

Es wird immer so getan, als ob der BER zu klein wäre. Bei der Eröffnung wird der BER über eine Kapazität von bis zu 23 Millionen Fluggäste im Jahr verfügen und soll mit der ersten Ausbaustufe, die jetzt am Start ist, auf 27 bis 28 Millionen Fluggäste erweitert werden. Daneben existiert ja noch der alte Schönefelder Flughafen, der eine Steigerung von 35 Prozent hingelegt hat und jetzt 12 Millionen Fluggäste abfertigen kann. Deshalb ist auch der Hinweis mit den Flugbewegungen eher irreführend. Wenn allein der BER schon 62 Starts und Landungen in der Stunde bewältigt und der alte Schönefelder Flughafen, der ja in Betrieb bleibt, hinzukommt, dann sieht man, welches Volumen an Flugbewegungen da abgewickelt werden kann.

titel3bAlso keine Kapazitätsprobleme?

Wenn es da Kapazitätsfragen gibt, dann sind das die Kapazitätsfragen in den Flughäfen selbst. Es gibt ja diverse Möglichkeiten, die Kapazitätsfrage zu betrachten. Zum einen: Wie kommt man zum Flughafen hin - da hat Tegel im Gegensatz zum BER ein echtes Problem. Und dann eben die Abfertigungskapazitäten und die Flugbewegungen.
Flugbewegungen und Hinkommen ist kein Problem, das bestreitet auch kein ernstzunehmender Gutachter. Das einzige Problem sind die Abfertigungskapazitäten. Und da muss man sich die Prognosen dann einmal genauer anschauen. Da gibt es zum Beispiel die Nachricht, dass Polen in der Nähe von Łódź einen Flughafen bauen will...

titel4cWas heißt, dass der gemeine Berliner Urlauber mit der S-Bahn nach Lodz fährt um von dort aus seinen Flug nach Mallorca zu starten?

Nein. Bisher gingen die Prognosen davon aus, dass auch viele Fluggäste aus Polen den BER nutzen werden. Es wurde ja früher immer gesagt, der BER soll eine großes Luftkreuz werden. Das behauptet mittlerweile nicht mal mehr die FDP. Weil mittlerweile Frankfurt und München diese Rolle besetzt haben. Auch weiß kein Mensch, ob der Tourismus weiter so ansteigt, wie bisher - und ob das Bevölkerungswachstum in Berlin so weiter geht, ist ebenfalls unklar. Die aktuellsten Erhebungen zeigen ein Abflachen der Zuwachses an. So oder so - Prognosen sind nur Prognosen...

titel4cFrau Regel, die Polen werden künftig in Łódź starten und Prognosen sind nur Prognosen.

So ganz stimmt das ja auch nicht. Denn der Plan für den BER sieht vor, dass der alte Schönefelder Flughafen dem Bund zugeschlagen wird, der dann Regierungsflughafen werden soll. Darüber hinaus soll er von der Bundeswehr genutzt werden. Das heißt, dass diese Abfertigungskapazität wegfallen würde. Für die Erhöhung der Flugbewegungen müsste die Startbahn ausgebaut werden. Und wenn man sieht, wie lange der BER-Bau schon dauert, dann können wir uns auch da auf eine lange Hängepartie einrichten.
Es ist nun einmal ein Fakt, dass wir im vergangenen Jahr in Berlin 32 Millionen Fluggäste in den Berliner Flughäfen hatten. Der BER wird - wenn er denn irgendwann einmal eröffnet - mit 24 Millionen Fluggästen starten und der alte Schönefelder Flughafen kann dann noch höchstens zwölf Millionen Fluggäste stemmen. Das ist dann die Kapazitätsgrenze.

titel5aEs gibt Prognosen, die Zukunft betreffend – und es gibt die reale Gegenwart. Zu der gehören nicht zuletzt Starts und Landungen zum Teil im Minutentakt über unsere Köpfe hinweg – begleitet von einem Lärm, von dem Hunderttausende Berliner betroffen sind. Wenn der Tegeler Airport offenbleibt, bleibt auch der Lärm. Und Lärm macht krank, wurde hier vorhin festgestellt. Wie soll man da den Lärmbetroffenen einen Weiterbetrieb von Tegel vermitteln?

Ich habe selbst einmal direkt in der Einflugschneise gewohnt, in der Berliner Straße. Ich weiß also, wie es ist, wenn die Flugzeuge einem über den Kopf hinweg rauschen...

titel3bRauschen…

Die Flugzeuge sind ja in den vergangenen Jahren durch bauliche Veränderungen auch immer leiser geworden, die neuen Flugzeugmodellen sind leiser geworden... - aber es ist immer noch laut, das steht außer Frage.
Wenn man den Fluglärm allerdings mit dem Lärmteppich der Stadt und mit anderen Verkehrsträgern vergleicht, dann ist eine überirdisch fahrende U-Bahn exakt genauso laut, wie die Flugzeuge, die über den Bürgerpark fliegen.
Außerdem: Tegel soll ja nach der Eröffnung des BER nur als Ergänzung zum Großflughafen betrieben werden und nicht mit der gegenwärtigen Anzahl von Starts und Landungen. Von den 22 Millionen Passagieren, die im vergangenen Jahr dort gestartet und gelandet sind, sollen ja höchsten noch die Hälfte in Tegel abgefertigt werden.

titel3bOb die Halbierung der Überflüge die Anwohner in der Einflugschneise trösten könnte…

Es gibt viele Pankower die dort wohnen - das hat auch eine Diskussion in einer Pankow-Facebookgruppe gezeigt - die für das Volksbegehren unterschrieben haben und die das wenig bis gar nicht stört. Die Flugzeuge sind da - aber nicht jeder, der in der Einflugschneise wohnt hat etwas gegen den Flughafen. Ähnlich ist es auch in Reinickendorf.

titel3bIch lerne also gerade: Die Pankower sind für die Offenhaltung des Flughafens… .

Tja, spannende These. Werden wir sehen, wie sich das so verhält. Auch in Pankow gibt es Ecken, die nicht verlärmt sind.
Da schwingt die Frage mit, ob man wegen zehn, fünfzehn, zwanzig Minuten Zeitersparnis, einmal im Jahr, wenn man zum Flughafen muss oder zwei Mal, wie es das statistische Mittel für Berlin ist, ob man für diese zwanzig Minuten - oder vierzig, wenn man es doppelt rechnet - akzeptiert, dass deshalb hunderttausende Berlinerinnen und Berliner verlärmt werden. Und wenn es Einzelne gibt, die den Lärm nicht so schlimm finden, ist das zwar sehr schön - aber es gibt eben auch sehr viele Menschen, die das nicht nur nicht schön, sondern schrecklich finden und dadurch krank werden.

Noch gar nicht gesprochen haben wir über Sicherheitsfragen. Damit meine ich jetzt nicht einmal mögliche Flugzeugabstürze, sondern von herabfallenden Flugzeugteilen - was es schon gegeben hat; von kurzfristigen Landungen, bei denen zuvor Kerosin abgelassen werden muss. All das sind Gefährdunge, die für die Pankowerinnen und Pankower nicht nur nicht schön, sondern einfach nicht hinnehmbar sind.

Auch noch nicht gesprochen haben wir über die Kosten. Im Moment produziert der Airport Gewinn – enfach weil er auf Verschleiß gefahren und dort praktisch nichts mehr investiert wird.
Gerade erst hatte der Chef der Flughafengesellschaft Engelbert Lütke Daldrup einen Rundgang über die Liegenschaften des Flughafen Tegel veranstaltet und verkündet, dass eine Sanierung nach heutigen Anforderungen rund eine Milliarde Euro kosten würde. Wer soll das bezahlen?

Die Milliarde hat Herr Daldrup erst einmal so in den Raum gestellt. Ob die Zahl auch valide ich, wage ich zu bezweifeln. Dass für den Lärmschutz zusätzlich Geld ausgegeben werden muss, dass ist natürlich...

titel4c Das wären dann noch einmal zusätzliche Kosten. Die Milliarde, von der Lütke Daldrup sprach, bezogen sich ausschließlich auf den Zustand des Flughafens.

Da käme es ja erst einmal darauf an, welche Betreiberkonzepte für Tegel dann angenommen werden um danach die entsprechenden Sanierungs- und Modernisierungskosten zu berechnen. Da herrscht seitens des Senats und der Flughafengesellschaft keine Transparenz. Wichtig ist, dass die Flughafengesellschaft endlich einmal nachprüfbare Zahlen liefert. Seitens des Senats und der Regierungsparteien werden immer Zahlen in den Raum geworfen - so wie kürzlich erst wieder: Dreißig Prozent Lärmreduzierung für die gesamte Stadt, wenn Tegel nicht mehr angeflogen wird - aber niemand konnte erklären, wie diese dreißig Prozent errechnet wurden.


Der Flughafenchef hat ja die Zahlen ein wenig aufgedröselt: 550 Millionen Euro würde man für den Gebäudebestand einsetzen müssen, dann noch einmal 250 Millionen und 150 Millionen für die Zuwegung und die Infrastruktur. Ich finde die Zahlen eher zurückhaltend. Denn wir wissen, dass die Sanierung des ICC schon einige hundert Millionen kosten würde. Und das ICC ist kein Flughafen. Wir kennen auch die alte Berliner Bauregel: Alles wird doppelt so teuer, wie von einem Senat zuvor prognostiziert.

Das sind aber völlig andere Zahlen, als der Senat für die Wahlinformation zum Volksentscheid geliefert hat. Da wurden nur rund acht Millionen Euro jährlich für den Weiterbetrieb von Tegel veranschlagt - plus 60.000 Euro für ein Lärmschutzgutachten sowie zusätzliche Investitionen in Lärmschutzmaßnahmen. Warum kommt man nun plötzlich in diesem Sommer darauf, dass das eine Milliarde kostet?

Es ist bekannt, dass der Flughafen Tegel nur noch mit einer Art Ausnahmegenehmigung betrieben wird. Ein möglicher Weiterbetrieb käme einer Neueröffnung gleich – die die heutigen Standards für einen Flughafen voraussetzen. Und ob da eine Milliarde reicht…

Es gibt da sicher verschiedene Varianten, wie man den Weiterbetrieb von Tegel auch rechtlich absichern kann. Da dürfte nicht für jede Variante eine neue Genehmigung... - aber ich bin auch keine Juristin.

titel4cHerr Gelbhaar, Sie sind Jurist. Welche rechtlichen Voraussetzungen sind für eine Neuzulassung des Flughafen Tegel unabdingbar?

Eine Neuzulassung würde nicht funktionieren, denn ein neuer Flughafen in dieser Lage wäre in Europa nicht zulässig. Deshalb setzt die FDP darauf, den Weiterbetrieb mit dem juristischen Winkelzug des Widerufs eines Widerrufs einer Genehmigungsfiktion hinzubekommen...

titel3bMit Verlaub, das klingt jetzt aber etwas… abenteuerlich.

Der Flughafen Tegel wurde nie genehmigt. Er wurde aus guten Gründen zu Westberliner Zeiten auf der Grundlage des Alliertenrechts gebaut. Alle wussten, dass, wenn die Mauer mal aufgeht, der Flughafen seinen tieferen Sinn verloren hat und er irgendwann geschlossen werden muss. Deshalb wurde 1990 nur eine "Genehmigungsfiktion" verlängert.

titel3bWas, um Himmelswillen, ist eine Genehmigungsfiktion?

Das Errichten des Flughafens über das Alliertenrecht hat praktisch nur eine Genehmigungsfiktion bedeutet - und die wurde 1990 - nach dem Ende des Alliertenrechts für Berlin - perpituiert.

titel3bFortgeschrieben…


Diese Genehmigungsfiktion wurde dann im Planfeststellungsverfahren für den Zeitpunkt widerrufen, an dem der BER in Betrieb geht. Und diesen Widerruf will die FDP nun widerrufen. Mit dem Widerruf eines Widerrufs einer Genehmigungsfiktion eine Genehmigung erreichen - das versteht natürlich kein Mensch. So etwas ist auch bei Gericht noch nie entschieden worden. Das heißt, was die FDP uns da auferlegen will, ist ein jahrelanger Rechtsstreit mit völlig unklarem Ausgang. Das ist nicht verantwortungsvoll. Meine Meinung: Bloß die Finger von lassen, ganz dumme Idee.

Auf eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichtes kann man heute ein, zwei Jahre warten. Als nächste Instanz käme das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg und schließlich das Bundesverwaltungsgericht. Fünf, sechs Jahre bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung sind also durchaus voraussehbar. Was passiert dann in dieser Zeit?

Vielleicht wird dann ja irgendwann der BER eröffnet. Niemand weiß das.

titel4cMöglich. Aber erst ab der Eröffnung könnte ja wohl der Rechtsweg beschritten werden. Und bis zu einer endgültigen Gerichtsentscheidung hätte Tegel keine Genehmigung mehr. Nicht mal eine fiktive.

Es gibt zwei Dinge, die offen bleiben. Entweder der BER wird innerhalb der kommenden drei Jahre eröffnet, dann haben wir ein Kapazitätsproblem. Es gibt ja bereits seitens der Regierungsparteien Überlegungen, dass man die zusätzlichen Kapazitäten über Leipzig abwicklet oder aber Sperenberg ertüchtigt. Auch das kostet wieder Geld.
Die andere Variante wäre - und die finde ich viel schlimmer - der BER eröffnet nicht bis 2019 und der Lärmschutz für Tegel läuft Ende 2019 aus. Was machen wir dann ab 2020?

titel3bBahn fahren!

 

 

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11 Kommentare zu ““Widerruf des Widerrufs einer fiktiven Genehmigung…””

  1. Bis zu einer Gerichtsentscheidung hätte TXL keine Genehmigung mehr. Wunderbar.
    Mein Gott, das selbst Frauen bei der FDP völlig ohne Empathie sind……grausam.

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    • Liebe Frau Bartelheim, Sie haben insofern recht, dass ich mich im Rahmen des Interviews ausschließlich auf Fakten beschränke; was auf Sie und andere wenig emphatisch wirken mag. Dennoch finde ich es richtig, dass am 24. September die Wähler*innen mir ihrem Votum ihrem individuellen Standpunkt zum Thema Flughafen Tegel Ausdruck verleihen können. Ich habe vollstes Verständnis für jede*n Wähler*in, die/der gegen die Offenhaltung des Flughafens Tegel stimmen wird. Selbstverständlich bin ich mir der Lärmbelastungen bewusst, wie gesagt habe ich selbst einige Jahre direkt in der Einflugschneise gewohnt. Es ist allerdings auch so, dass wir diese Diskussion nicht führen würden wenn Aufsichtsrat, Anteilseigner und Politik insbesondere SPD ihre Aufgaben pflichtbewusst erledigt hätten und den BER fristgerecht in Betrieb genommen hätten. Leider ist dies nicht der Fall und somit führen wir jetzt diese Debatte. Vielleicht können wir aus der Debatte auch einen positiven Nutzen ziehen, in dem wir Lärmbelastungen in Großstädten wie beispielsweise durch Verkehrsträger in Berlin thematisieren und nach sinnvollen Lösungen suchen. Denn, wie ich versucht habe im Interview anzudeuten, gibt es zahlreiche Lärmquellen in der Stadt, die ebenso lärmbelastet sind wie weite Teile der Tegel Einflugschneise.

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  2. Berlin Wedding

    Aug 03. 2017

    Erschreckend finde ich an diesem Interview, wie die Frau Sophie Regel von der FDP die Lärm- 6 Umweltbelastung nicht ernst nimmt, dabei ausreden sucht und auf leisere Flugzeuge anspielt, was eine Frechheit ist.
    Die FDP hat sich doch selber verraten, mit ihrem Volksentscheid, der nichts entscheiden wird, weil kein richtiges Gesetz vorgelegt und weil die FDP weiß das dieses Gesetzes nie verabschiedet wird bzw. ihnen um die Ohren fliegen wird.
    Man baut auf Emotionen und veräppelt den Wähler indem man ihm vorgaukelt etwas bewegen zu können.
    Die Kosten die uns die Bürgern mit diesem Unsinn antut ist unglaublich, nur um Stimmen abzusahnen als Tegelretter. Widerufs eines Widerrufs einer Genehmigungsfiktion, na Mensch, der Herr Czaja von der FDP hat ja echt Fantasien.

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  3. Da sieht man mal, welchen Schaden diese vermurkste Ryanair-Studie anrichtet. Auch hier bezieht man sich wieder auf die falsche Zahl von maximal 62 Flugbewegungen am BER, die aus einem fiesen Rechenfehler in der Ryanair-Studie hervorgeht. Tatsächlich beträgt die maximale Kapazität 90 Flüge.

    https://www.facebook.com/erik.de.bradley/posts/1233645320074552?hc_location=ufi

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  4. Ja, so etwas hält sich hartnäckig. Und die FDP hat kein Interesse an der Richtigstellung.

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    • Liebe Frau Bartelheim, ich nochmal, Herr Bradley hat in seiner Kritik leider auf eine andere Ausbaustufe des BER verwiesen. Die 90 Flugbewegungen beziehen sich auf eine spätere mögliche Ausbaustufe ca. ab dem Jahr 2035 realisierbar. Im Planfeststellungsbeschluss von 2004 ist die Rede von bis zu 83 Flugbewegungen unter bestimmten Voraussetzungen. Herr Lütke Daldrup spricht aktuell von 78 möglichen Flugbewegungen. Vermutlich sind mit den 78 BER + Schönefeld Alt gemeint. Sie sehen also die Verantwortlichen verwenden unterschiedliche Zahlen und scheinen somit nicht im vollen Bild über die Leistungsfähigkeit des BER zu sein. Was sehr bedauerlich ist. Das wollte ich gern klarstellen. Sollten Sie über andere Zahlen und Quellen verfügen, können Sie diese gern hier veröffentlichen und ich werde dann gern prüfen, ob ich meine Aussage berichtigen muss. http://www.berlin-airport.de/de/_dokumente/nachbarn/2004-08-13-planfeststellungsbeschluss.pdf

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  5. Politik ins Blaue und auf Kosten der Menschen (Tegel offenhalten) oder verlässliche Entscheidung für Gesundheitsschutz und Sicherheit (Tegel schliessen).
    Noch Fragen zur Abstimmung über Tegel (die keine bindende Entscheidung bewirkt!).

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  6. Klaus Gris

    Aug 03. 2017

    Natürlich kennt Frau Regel auch diesen Fernsehbeitrag in der RBB-Abendschau vom 5. Juli dieses Jahres https://twitter.com/rbbabendschau/status/882661652314849280 , in dem erläutert wird, wie die Abweichung zwischen den vom Flughafenchef mitgeteilten und substantiierten 1,1 Milliarden Euro zur Herstellung von TXL für den zukünftigen Regelflugbetrieb und den deutlich geringeren Zahlen, die für die Volksabstimmung kommuniziert wurden, zustande kam. Es reicht aus, den Flughafen “in Betrieb” am eigenen Leibe zu erleben und zur Notdurft einmal die Klos aufzusuchen. Mit knapp 8 Millionen Euro ist da nichts zukunftsfit gemacht. Diese FDP verarscht die Leute bis zum Erbrechen.

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  7. Danierl

    Aug 08. 2017

    BER = ohne Ausbau zu klein! (Wenn er denn mal in Betrieb geht.)
    Tegel = Dauerbetrieb nicht sinnvoll! (Fällt ausseinander und macht verdammt viel Lärm.)
    Tegel direkt zu schliessen wenn der Krüppel-BER anfängt zu Atmen dürfte an Dummheit nicht zu überbieten sein.
    Schönefeld ist keine Argumentation.
    wär es da nicht Sinnvoll Tegel so lange im Teilbetrieb zu halten bis der BER ausgebaut ist und dann zu schliessen?

    Entschuldigt meine Drastische Ausdrucksweise.

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