Berlinale? Prenzlauerberginale! | Prenzlberger Stimme

Berlinale? Prenzlauerberginale!

 

Während beinharte Berliner Cineasten noch zwanghaft irgend welchen Restkarten für egal welche Berlinale-Vorführung hinterherjagen, kündigt sich bereits das nächste bedeutende Filmfest an: Die Prenzlauerberginale.
Zum dritten Mal werden im – prenzlauer-berg-nahen – Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz Filme rund über den besten, schönsten und berühmtesten Stadtteil Berlins aufgeführt.

 

Der Start erfolgt am 27. Februar mit einem Musikclip von „City“ aus dem Jahr 1978. Danach läuft der 30-minütige Film „Obst- und Gemüse“ von Duc Ngo Ngoc, der an der Filmuniversität „Konrad Wolf“ in Babelsberg studiert.

Der Film erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft von Herrn Nguyễn und Harry Bauer. Harry ist dreißig Jahre alt, in Prenzlauer Berg geboren, Union-Fan und ein wenig unentschlossen. Eine Arbeit hat er nicht, dafür trinkt er ein bisschen zuviel. Ein fleischgewordener Kontrast zur neuen Bürgerlichkeit des einstigen Arbeiter- und Aussteigerbezirks.

Auch Herr Nguyễn erscheint mit seinem kleinen Laden in der Schönhauser Allee inmitten all der Bio-Geschäfte, Hipster-Cafés und den Allee-Arcarden wie ein Relikt aus einer fernen Zeit. Seit Jahr und Tag verkauft er in der Allee Jahren Obst, Gemüse und vietnamesische Lebensmittel. Als sein Sohn zum Studieren in eine andere Stadt zieht und der Rücken von Herrn Nguyễn das viele Kistenschleppen nicht mehr mitmacht, heuert er Harry als Aushilfskraft in seinem Laden an. Ein Film über die Gegensätze Gemeinsamkeiten, die uns verbinden, sowie die Frage: Wer integriert hier eigentlich wen?
 

Trailer “Obst und Gemüse”

 

Bewegte Bilder aus vergangenen Zeiten und Beutezüge von heute

Danach läuft „Links und rechts der Schönhauser“, eine Produktion des DDR-Fernsehens aus dem Jahr 1983. Darin unternimmt der Schauspieler Jaecki Schwarz, der vielen noch als Darsteller des Kriminalhauptkommissars Herbert Schmücke aus der ARD-Krimi-Reihe „Polizeiruf 110“ bekannt sein dürfte, eine filmische Erkundungstour durch das Prenzlauer Berg der frühen 1980er Jahre.

Anwesend sind an diesem Tag sowohl die Macher von „Obst und Gemüse“, als auch Jaecki Schwarz werden an diesem Abend anwesend sein.

Übrigens: Wer Jaecki Schwarz in seiner ersten tragenden Rolle sehen will, der sollte sich am Mittwoch, dem 21. Februar um 19.30 Uhr im Babylon einfinden. Dort läuft Konrad Wolfs autobiographisch gefärbter Streifen „Ich war Neunzehn“ aus dem Jahr 1967 mit Schwarz in der Hauptrolle.

Weitere Pernzlauerberginale-Tage sind der 6., der 13 und der 20. März. Zu sehen sind unter anderem der DEFA-Klassiker „Berlin, Ecke Schönhauser“ von Wolfgang Kohlhaase und H´Günther Klein aus dem Jahr 1957, die Kurzdoku „Käthe Kollwitz und ihre Kinder“ von Christa Mühl aus dem Jahr 1971, der DEFA-Spielfilm „Bis dass der Tod euch scheidet“ von Heiner Carow und die die Gentrifizierungs-Dokumentation „Die Stadt als Beute“
 
 

Die kleine und die große Kollwitz

In einer kleinen Ausstellung ist zudem die „kleine Schwester“ der großen Käthe-Kollwitz-Plastik vom Kollwitzplatz zusehen – eine Leihgabe des stammt aus dem Gustav-Seitz-Museum in Trebnitz (Brandenburg).
Der Bildhauer Gustav Seitz erhielt 1956 den Auftrag, ein Kollwitz-Denkmal zu schaffen. Der Künstler war zu dieser Zeit Leiter eines Meisterateliers für Bildhauerei an der Ostdeutschen Akademie der Künste. Nach einigen Entwürfen, goss Seitz die jetzt im Kinofoyer stehende 50 Zentimeter große Figur, die schon fast alle prägenden Elemente der später auf dem Kollwitzplatz aufgestellten großen Plastik aufweist.

Im Sommer 1958 ging Seitz nach Hamburg, um an der dortigen Hochschule für bildende Künste die Nachfolge von Edwin Scharff auf dem Lehrstuhl für Bildhauereianzutreten. Fast zeitgleich kündigte er den Abschluss der Arbeiten an der Kollwitz-Plastik an.
Trotz seines Umzugs in die Bundesrepublik wurde die Bronzeplastik am 11. Oktober 1961 auf dem Kollwitzplatz der Öffentlichkeit übergeben. Der Künstler erfuhr davon aber erst später.

 

Das Programm der gesamten Prenzlauerberginale findet man hier

 

 

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