Stolpersteine für Frida und Karl Frisch | Prenzlberger Stimme

Stolpersteine für Frida und Karl Frisch

 

Am Dienstag, dem 27. November werden in der Aalesunder Straße 3 Stolpersteine für Frida und Karl Frisch verlegt.

Frida Frisch wurde am 4.Januar 1894 als Tochter von Wolff und Karoline Roth in Berlin-Schöneberg geboren. Sie war eins von vier Kindern. Frida war von Geburt an gehörlos.

Nachdem sie ihren ebenfalls gehörlosen Mann Leopold Frisch, genannt Leib, geheiratet hatte, zog sie mit ihm nach Prenzlauer Berg. Erst wohnte das Ehepaar in die Aalesunder Straße 7, später dann in der Aalesunder Straße 3. Leopold arbeitete hier als Schneider.

Im Januar 1929 wurde ihre Tochter Ruth geboren. Doch Ruth verstarb bereits wenig später und wurde im März 1929 auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt. 1930 kam ihr Sohn Karl zur Welt.

Im Gegensatz zu seinen Eltern war Karl hörend. Er wurde am 15. April 1936 in die jüdische Schule eingeschult. Anhand seiner Schulkarte ist zu erkennen, dass er bereits ein knappes Jahr später wieder ausgeschult wurde.

Als im Rahmen der sogenannten Polenaktion Familien aufgefordert wurden, an den Geburtsort des Vaters zurückzukehren, floh Frida mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Chrzanow in Polen. Chrzanow ist nur rund 20 km von Auschwitz entfernt und Fridas Neffe erinnert sich daran, dass die Familie Angst hatte, deportiert zu werden und sich daher entschied, von Chrzanow nach Krakau zu fliehen.

Im April 1940 sandte Frida ihrer Familie über das Rote Kreuz Krakau eine Nachricht. Sie teilt mit, dass sie in der Starowiślna 95 wohnen und sie wohlauf, aber ohne Arbeit sind. Danach verliert sich ihre Spur. Ihre Angehörigen vermuten, dass Frida, Leopold und Karl in Auschwitz ermordet wurden.

 

Der Text basiert auf Informationen der Stolperstein Initiative Prenzlauer Berg

 


Die Stolpersteine für Frida und Karl werden auf Bestreben Ihres Neffen und Cousins verlegt. Leider konnten zu Leib Frisch nicht alle Informationen ermittelt werden, die für die Verlegung eines weiteren Steins notwendig gewesen wären. Aber auch ihm wird am Tag der Verlegung gedacht werden.

Die Verlegungszeremonie findet am Dienstag, dem 27. November ab 11 Uhr statt. Die Nachbarn und Anwohner der Aalesunder Straße und alle Prenzlauer Berger sind eingeladen, der Stolpersteinverlegung beizuwohnen. Lassen Sie uns zeigen, dass wir nicht vergessen.

 

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