Pankows SPD-Chef für Fortführung der „Bürgerwerkstatt“ | Prenzlberger Stimme

Pankows SPD-Chef für Fortführung der „Bürgerwerkstatt“

götzDer Pankower SPD-Vorsitzende Alexander Götz hat sich für eine Fortführung der Mauerpark-„Bürgerwerkstatt“ ausgesprochen. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung griff er Linke und Grüne an, die seiner Ansicht nach „das Engagement und die Arbeit vieler Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreicher Initiativen aus Wedding und Prenzlauer Berg ignorieren“. Gemeint waren damit die Angehörigen der Mauerpark-Bürgerwerkstatt.

Deren Anzahl hatte sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aber bereits vor der Blockierung der Mittel mehr als halbiert: Waren zum Beginn der Werkstatt am 15.09. 2010 noch 35 Teilnehmer und 14 Bürgerinitiativen vertreten, so waren es am 17. Mai 2011 nur noch 15 Teilnehmer und sechs Gruppierungen. Nicht wenige von ihnen hatten die „Bürgerwerkstatt“ verlassen, weil sie ein von ihnen geforderte Bekenntnis zur Teilbebauung des Parks nicht mittragen wollten. Andere wurden nach eigenen Angaben aus jenem Gremium herausgemobbt, weil sie sich aktiv gegen die eine Teilbebauung einsetzten.

Anlass für die Wortmeldung des SPD-Kreisvorsitzenden war die am Mittwoch durch die Verweigerung der Linksfraktion verhinderte Freigabe von 200.000 Euro zur Fortführung der „Bürgerwerkstatt“ durch den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Für die Partei DIE LINKE und für große der Teile von Bündnis 90/Die Grünen gilt die Bürgerwerkstatt als ein Instrument des Stadtentwicklungsstadtrates von Mitte Ephraim Gothe (SPD), die Bebauungspläne der Vivico, des Eigentümers der Weddinger Parkflächen, durchzusetzen.

 

Dokumentation: Erklärung von Alexander Götz

Mit fadenscheinigen Argumenten, die das Engagement und die Arbeit vieler Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreicher Initiativen aus Wedding und Prenzlauer Berg ignorieren, gefährden Grüne und Linke aus Wahlkampfkalkül die weitere Entwicklung im Mauerpark. Während beide stets vollmundig die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern fordern, sabotieren sie ein einzigartiges Projekt bezirks- und kiezübergreifender Zusammenarbeit. Dabei beweist der vorliegende Ergebnisbericht der Bürgerwerkstatt, dass die Planungen durch die gesellschaftliche Mitarbeit eine hohe Qualität erreicht haben. Die nun einbehaltenen Mittel sind erforderlich, um diesen Prozess unter Beteiligung des Landschaftsarchitekten Professor Gustav Lange abzuschließen. Er hatte jenen Entwurf angefertigt, der ursprünglich auch von Linken und Grünen gutgeheißen wurde.

Wenig nachvollziehbar ist da, wenn die Arbeit der Bürgerwerkstatt gegen die Größe eines erweiterten Mauerparks ausgespielt werden soll. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Stattdessen muss beides erreicht werden: Die Sammlung und Bereitstellung von Geld für eine größtmögliche Mauerparkerweiterung und eine Gestaltung des Areals, die den Bedürfnissen von Anwohnerschaft und Touristen Rechnung trägt. Die SPD Pankow ist unverändert der Auffassung, dass es der Zusammenarbeit möglichst vieler bedarf, damit ein möglichst großer Mauerpark Wirklichkeit wird. Hier steht auch das Land in der Pflicht, mitzuhelfen. Und vor allem müssen wir die Chancen ergreifen, die in dem Dialog und der gemeinsamen Arbeit der Weddinger und Prenzlauer Berger Seite liegt. Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass nach der Wahl am 18. September die Mittel für die Bürgerwerkstatt verfügbar gemacht werden.


 
 

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Kommentar zu “Pankows SPD-Chef für Fortführung der „Bürgerwerkstatt“”

  1. Michael Springer

    Sep 04. 2011

    200.000 € für eine Bürgerwerkstatt sind viel Geld! Viel Papier, viel Sprechzeit in die man da investieren kann. Am Ende sind viel Papier und Stellungnahmen auf dem Tisch!
    Man kann es aber auch gut nutzen – und das Notwendige mit Kultur verbinden! Ein Teil des Geldes sollte für Künstler-Gagen bereitgestellt werden, ein anderer Teil für Lautsprecher, Leinwand und Technik.
    Und dann könnte man tolle „Werkstatt-Feste“ im Mauerpark abhalten, auf denen viel Publikum eingeladen wird – und um Spenden geworben wird. Bei Musik, und ausgelassener Stimmung.
    Der Vorteil: die Werkstattgespräche können kurz bleiben, im Vorprogramm und sich auf das Wesentliche konzentrieren: „Wie ist die Entscheidung für die Nichtbebauung umzusetzen?“. Und es ist nachhaltig – weil Papier gespart wird!
    Der Rest ist Kultur, Feiern und Vorfreude auf einen tollen Park und Spielort!
    Und wenn ein paar Gagen gespendet werden, und das Publikum spendet und Eintritt zahlt, können aus 200.000 € sicher über 1 Mio. € erlöst werden – und in den Flächenankauf gesteckt werden!

    herzlicher Gruß an alle kreativen Kulturschaffenden!
    Michael Springer

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