Mauerpark: Groth heiser – Spallek sprachlos | Prenzlberger Stimme

Mauerpark: Groth heiser – Spallek sprachlos

Klaus Groth: Unfreiwillig sprachlos

Klaus Groth: Unfreiwillig sprachlos

Klaus Groth war zwar anwesend, aber verhindert. Der Eigentümer des Nordareals am Mauerpark war von schwerer Heiserkeit befallen und musste nach einem erfolglosen Versuch, die Gewalt über seine streikenden Stimmbänder wiederzubekommen, die Präsentation seiner Bauvorhaben vor dem BVV-Stadtentwicklungsausschuss von Mitte einem seiner Untergebenen überlassen.
Zwar war auch Mittes Stadtentwicklungsstadtrat Carsten Spallek zur Sitzung erschienen, doch Groth entschied sich dafür, seinem Geschäftsführer Gerd Unger das Wort zu erteilen.

Ungers Vortrag war dann im Großen und Ganzen eine Wiederholung dessen, was das Duo Groth/Spallek bereits

Gerd Unger: ''Das ist doch gut''

Gerd Unger: “Das ist doch gut“

auf der Pressevorführung Mitte Februar präsentiert hatte: Eine leicht variierende Version des Lorenzen-Entwurfs mit einer Geschossfläche von 55.000 Quadratmetern, aufgeteilt in ca. 520 Wohnungen und 370 Tiefgaragenplätzen.
Die Erschließung soll ausschließlich von der westlichen Seite der Gleimstraße her erfolgen.
Damit künftige Bewohner, die ihr Zuhause per Pedes erreichen wollen, ob der sechs Meter Höhenunterschied nicht völlig außer Atem geraten, ist vorgesehen, am Gleimtunnel einen Fahrstuhl anzubauen.
Neu war allein die Mitteilung, dass mit einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft über die Übernahme von Miet-
wohnungen verhandelt werde. Gerd Unger: „Das ist doch gut.“

Alexander Puell (rechts): Fast ein Eklat

Alexander Puell (rechts): Fast ein Eklat

Als nach dem Vortrag die Vertreter der Mauerparkbewegten das Wort ergreifen sollten, kam es fast zu einem Eklat.
Der Ausschuss hatte zu Beginn der Sitzung – die Betroffenen waren da noch nicht anwesend – beschlossen, dass je ein Vertreter der „Bürgerwerkstatt Mauerpark“ und des Weltbür-
gerpark-Vereins ein Statement abgeben dürfen.
Der Verein „Freunde des Mauerparks“ war nicht dabei.
Als der Tagesordnungspunkt „Mauerpark“ dann endlich auf-
gerufen und das Versäumnis offenbar wurde, gab es laut-
starken Protest. Auch Heiner Funken, Vertreter der den „Freunden“ in der Vergangenheit oft gar nicht so freundlich gesonnenen Weltbürgerpark-Vereinigung, forderte erregt Rederecht für den Vorsitzenden der Mauerparkfreunde Alexander Puell. Ausschussvorsitzender Frank Bertermann

Heiner Funken: Keine gesellschaftliche Mehrheit

Heiner Funken: Keine gesellschaftliche Mehrheit

ließ schließlich erneut abstimmen und, so konnte der dritte Mann dann auch noch ans Mikrofon.
Alle drei Redner waren sich in der Ablehnung der Grothschen Vorhaben einig. Alexander Puell verwies unter anderem darauf, dass das Grüne Band durch die Bebauung in erheblichem Maße eingeengt werde.
Rainer Krüger von der „Bürgerwerkstatt Mauerpark“ erklärte, dass Groths Baupläne zu Lasten der Weddinger Seite des Mauerparks gehen: Es werden Leute einziehen, die mit dem Brunnenviertel nichts zu tun haben. Die sozialen Kosten aber würden den dort ansässigen Bewohnern aufgebürdet werden.
Und Heiner Funken vom Weltbpürgerparkverein kündigte an, Groths Projekt auf allen Ebenen zu bekämpfen: Mit Pro-
testen, zivilem Ungehorsam und auf juristischem Weg. Funken: „Das Projekt hat keine gesellschaftliche Mehrheit.“

Janina Körper: Maßgeblich ist nur der "Städtebauliche Vertrag"

Janina Körper: Maßgeblich ist nur der „Städtebauliche Vertrag“

Die Bezirkspolitik von Mitte reagierte unterschiedlich auf die geballte Ablehnung.

Während Sven Diedrich von der Linkspartei sich darüber freute, dass die unterschiedlichen Mauerpark-Initiativen nun endlich an einem Strang ziehen, um die grothschen Pläne zu verhindern, verwies Janina Körper auf den unter bemerkens-
werten Umständen zustande gekommenen „Städtebaulichen Vertrag“. Dessen Inhalt sei der einzig gültige Maßstab für die Bewertung der Bebauung. Und so wollte sie vom Bauherren Klaus Groth wissen, wie es denn bei seinen Plänen um die Erfüllung der Verpflichtung stehe, eine „nachhaltige und

Carsten Spallek (im Bild links) hatte nichts zu sagen

Carsten Spallek (im Bild links) hatte nichts zu sagen

ökologische Entwicklung und eine soziale Durchmischung des Gebietes“ anzustreben. Klaus Groth zeigte guten Willen, begab sich erneut ans Mikrofon – allein, die Stimme spielte noch immer nicht mit.

Derart im Ungewissen gelassen über die korrekte Meinung zu den aufgeworfenen Problemen, konnte auch Bezirksstadtrat Carsten Spallek nichts zum Gelingen des Abends betragen. Seine einzige Äußerung Thema: „Die offenen Fragen werden im Laufe des Bebauungsplanverfahrens geklärt.“

Bis dahin wird Klaus Groth seine Unpässlichkeit hoffentlich überwunden haben.

 

 

 

 

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Kommentar zu “Mauerpark: Groth heiser – Spallek sprachlos”

  1. Bubbat

    Mrz 10. 2013

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