Klaus Mindrups Hafendorf: Alles aus einer Hand | Prenzlberger Stimme

Klaus Mindrups Hafendorf: Alles aus einer Hand

MindrupDie Umweltverträglichkeitsstudie, die die Grundlage zur Heraus- lösung eines 26 Hektar großen Gebietes in Silz am Fleesensee bildete, wurde von der „GMZ Planungsgesellschaft Matthias Zinnen“ unter der Leitung des jetzigen SPD-Bundestagskandi-
daten Klaus Mindrup erstellt. Das teilte die Stadtverwaltung Malchow (Meckl.) der Prenzberger Stimme mit. Damit steht fest, dass Mindrup der Nutznießer seines eigenen Gutachten ist.

Wie berichtet, ist Klaus Mindrup seit den 1990er Jahren damit befasst, innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes in Mecklen-
burg-Vorpommern ein Feriendorf samt Hotelanlage zu errichten.
Trat er anfangs als Verantwortlicher für die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsstudie auf, die die Grundlage für die spätere Umwandlung eines Teils des Landschaftsschutzgebietes in Bauland war, so wurde er nach Abschluss der Studie selbst zum „Planer“ des Großprojektes.
Und damit nicht genug: Im Rahmen der Erstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Silz steuerte er 2005/2006 als Leiter eines Teams auch noch den „Landschaftsplan der Gemeinde Silz“ bei. Dies tat er nun nicht mal mehr zum Schein als unabhängiger Gutachter, sondern als ausgewiesener Interessenvertreter des Investors. Als solcher firmierte zu diesem Zeitpunkt der bayrische Hotelier Klaus Wiesner, bekannt vor allem als Lobbyist und „Erfinder“ der sogenannten „Mövenpick-Steuer“.
 

Im Auftrag von Lobby-Wiesner und Schwarzgeld-Bleiker

CSU-Mann Wiesner war zu dieser Zeit nicht nur zusammen Mindrup Geschäftsführer Spa & Yachtressort Fleesensee-Müritz Verwaltungs GmbH, sondern auch Vorstand der Hotel Hafendorf Fleesensee AG. Die Aktiengesellschaft wurde gegründet, um das nötige Kapital für Großvorhaben das aufzubringen. Von bis zu 70 Millionen Euro war zeitweise die Rede.
Hinter dem Unternehmen stand neben Klaus Wiesner auch der in seiner Schweizer Heimat wegen Schwarzgeldgeschäfte verurteilte Immobilienkaufmann Werner Bleiker.

Dass Klaus Mindrup, obwohl Auftragnehmer – und damit auch natürlicher Interessenvertreter – von Mövenpicksteuer-Wiesner und Schwarzgeld-Bleiker, dennoch sehr gewissenhaft seiner Gutachtertätigkeit nachkam, soll hier nicht bezweifelt werden. Schließlich gehörten dem Team Kollegen an, die er schon lange kannte und denen er unbedingt vertrauen konnte. So zum Beispiel ein alter Studienfreund aus Niedersachsen oder aber ein Nachbar aus Prenzlauer Berg.
 
Dass der Interessenvertreter des Grundstücksverwerters die ökologisch vertretbaren Kriterien der Verwertung selbst ermittelt, fanden – und finden – zumindest die Vertreter der zuständigen mecklenburgischen Behörden ganz normal.

So kann Sachgebietsleiterin Annette Böck-Friese vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, nach eigener Darstellung seit den neunziger Jahren mit dem Projekt Hafendorf Fleesensee befasst ist, bei dieser Konstellation nur Vorteile erkennen. Wenn man externe Gutachter beauftragen würde, so Frau Böck-Friese zur Prenzlberger Stimme, würden die erst einige Zeit benötigen, um sich mit der Materie vertraut zu machen. Anders beim Mindrup-Team. Böck-Frese: „Die waren mit der Sache bereits vertraut. Warum sollte man diese Kompetenz nicht nutzen?“

 

Auch der Privatmann Klaus Mindrup profitiert

Diese Kompetenz wird sich nun auch für Klaus Mindrup ganz persönlich auszahlen. Denn nicht nur die vom Dream-Team aus CSU-Lobbyist und SPD-Bundestagskandidat betriebene Firma „Hafenresort Silz Verwaltungs GmbH“ wird auf der Grundlage des unter mindrupscher Beteiligung erstellten Flächennutzungsplans ihre Projekte realisieren können – auch der Privatmann Klaus Mindrup gehört zu den Nutznießern des Planwerks.

Denn Mindrup ist seit zirka drei Jahren selbst glücklicher Eigentümer von Bauland am Landschaftsschutzgebietes Nossentiner-Schwinzer Heide – nur rund 800 Meter von der Hafendorf-Liegenschaft entfernt. Wie er dazu gekommen ist, dafür gibt es hier noch immer keine belastbaren Hinweise.

Doch sei es, wie es ist: „Alle Genehmigungen sind erteilt“, verkündet denn auch Sachgebietsleiterin Annette Böck-Friese frohgemut; „dem Beitritt von Herrn Mindrup zum Städtebaulichen Vertrag steht nichts mehr im Wege.“

 

Baubeginn nach der Bundestagswahl ?

Bereits im März erklärte Mindrup-Spezl Klaus Wiesner gegenüber der Prenzlberger Stimme: „Der Baubeginn ist noch in diesem Jahr, höchstwahrscheinlich im November.“

Dieser Termin mag für Klaus Mindrup möglicherweise etwas ungünstig liegen, denn just zu diesem Zeitpunkt beginnt die neue Legislaturperiode des Deutschen Bundestages. Und genau da will er ja rein.

Doch verschieben geht nicht: Denn Ende des Jahres, so ist aus dem Rathaus von Malchow (Meckl.) zu hören, laufen Fristen für die Gewährung von Fördermitteln ab.

Da auch die Verschiebung der Konstituierung des neuen Deutschen Bundestages wegen dringend zu realisierender Baumaßnahmen des Abgeordneten Mindrup möglicherweise nicht die erforderliche Mehrheit im Hohen Hause findet, könnte ihm – so er es denn über einen sicheren Listenplatz ins deutsche Parlament schafft – eine zermürbende Dreifachbelastung ins Haus stehen: Als Geschäftsführer einer Gesellschaft, die ein ‚zig Milionen schweres Bauprojekt zu realisieren hat, als Eigentümer und Entwickler seiner privaten Ländereien und schließlich auch noch als Bundestagsabgeordneter.

 

 

Weitere Artikel zum Thema:

Die Projekte des Klaus Mindrup – Teil 1

Die Projekte des Klaus Mindrup – Teil 2

Die Projekte des Klaus Mindrup – Teil 3

 

 

 


kommentar zensiert1Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten der Prenzlberger Stimme beibt die Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen. Der Grund: Dieser Artikel nimmt auf den Pankower SPD-Politiker, Mitglied des Berliner Landesvorstandes der SPD und Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup Bezug.Klaus Mindrup4
Mindrup hatte in den Kommentaren eines ihn betreffenden Artikel Behauptungen zu seiner Person als unzutreffend angesehen. Anstatt die ihm gebotenen Möglichkeiten einer Richtigstellung in seinem Sinne zu nutzen, zog er es vor, diese Äußerungen gerichtlich verbieten zu lassen. Näheres über die juristische Attacke des SPD-Politikers gegen die Prenzlberger Stimme ist hier zu lesen ==>

 

 

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