Pappelallee: Baumgutachten legt Radikallösung nahe | Prenzlberger Stimme

Pappelallee: Baumgutachten legt Radikallösung nahe

pappelalleeLediglich zehn der über 60 Straßenbäume im Bereich der Pappelallee/ Stahheimer Straße zwischen der Schönhauer Allee und der Wichertsraße sind erhaltenswert. Das ist das Ergebnis eines Baumgutachtens (siehe Download unten), das gestern (Dienstag) im BVV-Ausschuss für für Verkehr und öffentliche Ordnung vorgestellt wurde.

Gutachter Guntram Gehler meinte am Beginn seines Vor-
trages: „Vielleicht sollte man die Pappelallee umbenennen“. Denn, so Gehler weiter, Pappeln sind als Straßenrand-Bäume grundsätzlich ungeeignet.
Das läge vor allem an den Wurzeln, die sich bei dieser Baumart vor allem horizontal ausbreiten,
und dadurch die Gehwegbefestigungen anheben. Nah am Straßenrand stehende Pappeln können zudem auch den Fahrbahnbelag beschädigen.

pappelallee4Gehler hatte die Bäume in drei Kategorien unterteilt.
In die Kategorie „Rot“, die neben Pappeln Bäume erfasst, deren „Lebenserwartung“ höchstens zehn Jahre beträgt, ordnete der Gutachter 27 Bäume ein. Mit „Gelb“ – Reststandzeit 10-15 Jahre wurden 24 Straßenbäume bewertet, die Kennung „Grün“ – mehr als 15 Jahre Standerwartung – bekamen lediglich zehn. Dies waren ausschließlich Jungbäume.

Als Grund für den schlechten Zustand der Bäume nannte Gehler Fehler bei der Pflanzung sowie ungünstige Bodenbeschaffenheiten. Auch seien Eschen, die derzeit das Straßenbild der Pappelallee bestimmen, dem Stress durch Verkehr, Hundeurin und anderen Belastungen nicht gewachsen. Guntram Gehler empfahl die Fällung des gesamten Bestandes – so könne bei Neupflanzungen auch ein einheitlicher Alleecharakter hergestellt werden. Als Alternative zu Pappeln und Eschen nannte er Feldahorn, Spitzahorn und Schwedische Mehlbeere.
 

Informationsoffensive des Bezirksamtes angekündigt

pappelallee2Die Frage eines Ausschussmitglieds, ob wenigstens die Bäume der Kategorie „Gelb“ unter dem Gesichtspunkt eines barrierefreien Gehwegs erhalten bleiben könnte, wurden von Knut Zech vom Planungsbüro Zech-Con verneint: Das Wurzelwerk jener Bäume würde sich zu weit unter die Gehwegen erstrecken – als Konsequenz daraus müsste der Randstreifen auf ein nicht vertretbares Maß verbreitert, die eigentliche Gehbahn hingegen schmaler werden.

Stadtrat Jens-Holger Kirchner betonte, dass das Baumgutachten lediglich ein Schritt auf dem Weg zu einer Entscheidung beim Umgang mit dem Straßengrün in der

pappelallee3Pappelallee sei. Er kündigte eine umfangreiche Informationskampagne an in Sachen Pappelallee-Grün an.
So sollen auf den Seiten des Bezirksamtes Animationen eingestellt werden, auf denen ein „künstliches Altern“ der Allee-Bäume dargestellt wird.
So soll nachempfunden werden können, wie sich der derzeitige Baumbestand – bliebe er erhalten – in zehn fünfzehn oder zwanzig Jahren darstellt.
Desweiteren wird es zwei öffentliche Begehungen geben; darüber hinaus wird an zwei Sonnabenden ein Informationsstand des Bezirksamtes zur Diskussion einladen.

Sollte schließlich eine Neubepflanzung beschlossen werden, kündigte Jens-Holger Kirchner eine Online-Abstimmung über die zu pflanzenden Baumarten an.

 

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