SPD Pankow: Neuanfang knapp verpasst | Prenzlberger Stimme

SPD Pankow: Neuanfang knapp verpasst

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Über 230 Pankower SPD-Mitglieder waren in den BVV-Saal an der Fröbelstraße gekommen, um an der Abstimmung über den den Vorsitz ihrer Kreisorganisation teilzunehmen.
Doch Chance für einen Neuanfang in der tief zerstrittenen Pankower Partei wurde knapp verpasst.
 
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In der vor der Abstimmung erfolgten Aussprache wurde deutlich: Der Riss durch die Partei verläuft längst nicht mehr nur zwischen Nord und Süd oder „Rechts“ und „Links“.
Neben Matthias Köhne, der unter anderem noch einmal die Vorgänge um die Kandidatennominierung zur Bundestags-
wahl und den Umgang mit Wolfgang Thierse geißelte, nutzte auch der Prenzlauer Berger Roland Schröder Bild rechts) seine zwei Minuten Redezeit für eine Generalabrechnung mit dem bisherigen Vorstand.
Und selbst dem seit acht Jahren amtierenden Vorsitzenden Alexander Götz zugeneigte Genossen befanden, es sei nun Zeit für einen personellen Neubeginn.

Die standhaft gebliebenen Anhänger des Amtsinhabers kritisierten hingegen an der Herausforderin Clara West, sie wäre in ihren Vorstellungen über die zukünftige Parteiarbeit zu wolkig geblieben und hätte im Gegensatz zu ihrem Rivalen keine konkreten Vorstellungen, wie die Partei aus ihren gegenwärtigen Tief zu führen sei.

005Die Abstimmung glich dann einem Krimi: Staunende Gesichter am Zähltisch, Kopfschütteln, dann nochmalige Auszählung.
Doch es blieb dabei: Im ersten Wahlgang behielt Alexander Götz mit 115 zu 114 Stimmen gegen seine Herausforderin zwar denkbar knapp die Oberhand – da sich jedoch einige Mitglieder der Stimme enthielten, hatte er die notwendige absolute Mehrheit verfehlt.

Im zweiten Anlauf – zwischenzeitlich hatte einige Genossen die Versammlung bereits verlassen, andere waren hinzugekommen – fiel das Ergebnis mit 116 zu 109 für Götz dann etwas deutlicher aus.

Eine „Sternstunde der Demokratie“ nannte SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß, der die Vollversammlung leitete, den Wahlvorgang samt dessen Ergebnis.
Man könnte ihn aber auch als den beredten Ausdruck der nach wie vor vorhandenen Spaltung der Pankower SPD interpretieren.
 

Wie gehabt: Mehrheitswillen mittels Satzungs-Taktik ausgehebelt

Bestätigung fand die letztere Vermutung bei der Nominierung und Wahl der anderen Mitglieder des Kreisvorstandes. Während die zum Clara-West-Zirkel zählende Prenzlauer Berger Genossin Camilla Bertheau als Kandidatin für den stellvertretenden Kreisvorsitz durchfiel, wurden neben Clara West selbst – an der auf Grund des Abstimmungsergebnisses nun niemand mehr vorbeikam – die Götz-Befürworter Knut Lambertin (Pankow Süd) und Dennis Buchner (Weißensee) ins Vize-Amt gehievt.

Überraschung: Tino Hopf ist ein Mann...

Überraschung: Tino Schopf ist ein Mann…

Camilla Bertheau wurde schließlich mit dem Posten der Schriftführerin abgefunden.

Erinnerungen an die Vorgänge um die Aufstellung des Pankower SPD-Bundestagskandidaten wurden wach, als der zum engen Kreis um Klaus Mindrup, Alexander Götz und der BVV-Fraktionsvorsitzenden Rona Tietje gehörenden Sabine Röhrbein plötzlich auffiel, dass der für das Amt des Kreiskassierer kandidierende Tino Schopf (Prenzlauer Berg NordOst) ein Mann ist.
Und sie sich daher – natürlich schweren Herzens – aus Quotengründen gezwungen sah, selbst für dieses Amt in den Ring zu steigen.
Was schon deshalb bemerkenswert war, weil Röhrbein beim seinerzeitigen Gerangel um die Bundestagskandidatur

Sabine Röhrbein: Wiedererwachte feministische Regungen

Sabine Röhrbein: Wiedererwachte feministische Regungen

erklärte: “Muss ich Frauen meine Stimme geben, weil sie Frauen sind?“
Und sich zugunsten des späteren Wahlverlierers Klaus Mindrup – und damit gegen die von der Basis favorisierte Wilhelmsruherin Leonie Gebers – stark machte.

Doch die plötzlich wiedererwachten feministischen Regungen nutzten ihr erst einmal nichts. In zwei Wahlgängen unterlag sie Tino Schopf deutlich.
Dass Sabine Röhrbein das Amt am Ende dennoch übernehmen konnte, liegt an einer Vorgabe im SPD-Statut: Wenn Frauen im Vorstand unterrepräsentiert sind, gilt die bestplatzierte Kandidatin als gewählt.

Damit ist die Dominanz der Gruppe um Alexander Götz und Klaus Mindrup im Pankower SPD-Vorstand für die kommenden zwei Jahre gesichert.
 
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Impressionen von der Vollversammlung der Pankower SPD (ca 55 Fotos)

Für die einzelne Betrachtung der rund 100 Fotos das entsprechende Bild anklicken.
Für die Betrachtung als Dia-Show: PicLens

 

 


kommentar zensiert1Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten der Prenzlberger Stimme beibt die Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen. Der Grund: Dieser Artikel nimmt auf den Pankower SPD-Politiker, Mitglied des Berliner Landesvorstandes der SPD und Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup Bezug.Klaus Mindrup4
Mindrup hatte in den Kommentaren eines ihn betreffenden Artikel Behauptungen zu seiner Person als unzutreffend angesehen. Anstatt die ihm gebotenen Möglichkeiten einer Richtigstellung in seinem Sinne zu nutzen, zog er es vor, diese Äußerungen gerichtlich verbieten zu lassen. Näheres über die juristische Attacke des SPD-Politikers gegen die Prenzlberger Stimme ist hier zu lesen ==>

 

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