Trotz Räumkampagne: Illegale Altkleidercontainer werden nicht weniger | Prenzlberger Stimme

Trotz Räumkampagne:
Illegale Altkleidercontainer werden nicht weniger

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Anfang April sagte Pankows Bezirksstadtrat Torsten Kühne dem Wildwuchs der im öffentlichen Straßenland aufgestellten Altkleidercontainern den Kampf an. Die Aufsteller sollten zur Beräumung ihrer Sammelbehälter aufgefordert werden, und falls dies nicht fruchtete, die wollte der Bezirk die illegal aufgestellten Container selbst abtransportieren. Nach einem halben Jahr zieht Stadtrat Kühne im Gespräch mit der Prenzlberger Stimme Bilanz: Wurden zum Beginn der Kampagne vom Ordnungsamt rund 460 illegal aufgestellte Altkleiderbehälter gezählt, so sind es jetzt… rund 460.

 

Bezirksstadtrat Torsten Kühne: "Wir geben nicht auf"

Bezirksstadtrat Torsten Kühne: „Wir geben nicht auf“

“Wir geben nicht auf”, versucht Pankows Bezirksstadtrat sich selbst Mut zu machen. Nach den Altbezirken Weißen-
see und Pankow habe das Ordnungsamt nun auch Prenzlauer Berg im Visier.
Derzeit werden dort alle ohne Genehmigung im öffentlichen Straßenland stehenden Altkleidercontainer mit einer Abräu-
mungsaufforderung versehen. Darüber hinaus erhalten die Aufsteller – so sie denn feststellbar sind – noch eine Auffor-
derung per Post zugesandt. Sollten die Kästen dann bis zu einem gesetzten Termin nicht verschwunden sein, werden sie zunächst zu einer Sammelstelle verbracht und nach dem Verstreichen einer weiteren Frist veräußert.

So weit zumindest der Plan.
 

„Mafiöse Strukturen bei den illegalen Aufstellern“

In der Realität ist das bisherige Ergebnis eher karg: Zwar wurden bisher 60 illegal aufgestellte Container eingezogen, doch deren Zahl im öffentlichen Straßenland hat sich trotzdem nicht verringert. Dort, wo kurz zuvor beräumt wurde, stehen alsbald neue Kästen herum.

con1Bezirkstadtrat Torsten Kühne beklagt denn auch “mafiöse Strukturen bei den illegalen Aufstellern von Altkleidercon-
tainern, die heuschreckenartig über das Land ziehen” und den Verlust einiger Container bewusst in Kauf nähmen. Offensichtlich sei der Gewinn im Altkleidergeschäft so groß, dass den Akteuren ein paar eingezogene Container nicht wehtun. Außerdem, so der Stadtrat weiter, gingen die illegalen Aufsteller oft sehr trickreich vor: „Die meisten verrücken den Container nur.”
Oft stehe er dann wenige Meter weiter auf privatem Gelände – beispielsweise auf dem Parkplatz eines Supermarkts oder der Grünanlage einer einer Wohnungsbaugesellschaft. Da seien dem Ordungsamt die Hände gebunden.
Torsten Kühne:”Ich habe schon aus anderen Bezirken gehört, dass man dort sagt ‘Dann gehen zwei kräftige Kollegen durch

con2die Straßen, und dann steht der Container wieder im öffent-
lichen Straßenland’. Doch bei uns gibt es vorwiegend Kolleginnen – und denen möchte ich das nicht zumuten.”

Das Ordnungsamt habe sich mittlerweile aber mit einigen privaten Grundeigentümern soweit verständigt, dass für jene Fälle, bei denen der Zugang zu den illegal aufgestellten Altkleidercontainern vorwiegend vom öffentlichen Straßenland oder einer öffentlichen Wohnanlage erfolgt, das Ordnungsamt ebenfalls tätig wird.

Als Flop erwies sich die Versteigerung von konfiszierten Behältern. Lediglich neun Container konnten bei einer Auktion an den Mann gebracht werden. Erlös: Ganze 170 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was beim Schrotthändler für die aus Stahl bestehenden Kisten erhalten hätte. Zukünftig soll daher die Berliner Stadtreinigung sowohl für den Abtransport, als auch für die Verwertung sorgen.
 

Das vollständige Gespräch mit Bezirksstadtrat Torsten Kühne im Video

 

 

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