Platzhaus Helmholtzplatz: Kündigung ausgesetzt | Prenzlberger Stimme

Platzhaus Helmholtzplatz: Kündigung ausgesetzt

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Das Platzhaus auf dem Helmholtzplatz wird vorerst weiter vom Förderverein Helmholtzplatz e.V. weiterbetrieben. Eine vom Bezirksamt ausgesprochene Kündigung zum Jahresende wurde für den Zeitraum von sechs Monaten ausgesetzt.

 

helmBereits im September hatte Stadtrat Jens-Holger Kirchner vor den Bezirksverordneten des Pankower Stadtentwicklungsaus-
schusses die Kündigung mit den angeblich mangelnden Akti-
vitäten der Platzhausbetreiber begründet. Darüber hinaus habe sich die Sicherheitslage auf dem Helmholtzplatz ver-
schlechtert. Er berief sich dabei auf eine Umfrage, die die Polizei unter den Anwohnern durchgeführt hatte.

Tatsächlich ist das Angebot im Platzhaus auf dem Helmholtz-
platz seit einiger Zeit stark eingeschränkt. Der Grund dafür, so Vereinsvorstand Ilona Sachs gegenüber der Prenzlberger Stimme, sei die Schließung der von außen erreichbaren öffentlichen Toilette des Platzhauses gewesen. Seither hätte bei Veranstaltungen die Nutzung der Toilette innerhalb des Platzhauses so sehr zugenommen, dass ein normaler Programmablauf nicht mehr möglich war. So habe man sich genötigt gesehen, die Bespielung des Hauses herunterzufahren.

In der vergangenen Woche ruderte Kirchner dann zurück. Man hätte erst miteinander reden sollen, gestand der Bezirksstadtrat in der Sitzung des Pankower BVV-Stadtentwicklungsausschusses ein. Allerdings bedürfe es eines neuen Konzeptes, der nun zusammen mit dem Förderverein erarbeitet werden soll.
 

Sicherheitsgefühl der Anwohner hat gelitten

Auch das Dauerproblem des auf der Platzdurchwegung befindlichen Trinkertreffpunkts soll dabei eine Rolle spielen.
Ein auf der Ausschusssitzung anwesender Vertreter des für den Helmholtzplatz zuständigen Polizeiabschnitts 15 sprach in diesem Zusammenhang von einem Wandel der Personengruppe, die sich dort täglich treffe.

trinSo gäbe es Anzeichen dafür, dass dort nicht mehr nur Alkohol, sondern auch andere Drogen konsumiert würden – auch ein Handel mit illegalen Substanzen sei nicht auszuschließen.
Allerdings blieb der Bericht sehr im Ungefähren – konkrete Fakten für die Verschlechterung der Sicherheitslage konnte der Polizeivertreter nicht darlegen. Stattdessen verwies er auf die Anwohnerumfrage, nach der das Sicherheitsgefühl der Anrainer gesunken sei.

Ungeachtet dessen, dass eine gefühlte Unsicherheit oft in keinem Verhältnis mit der tatsächlichen Sicherheitslage steht, sprach sich Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner dafür aus, die Unsicherheitsgefühle der Anwohner ernst zu nehmen. Allerdings solle niemand von Platz verdrängt werden. Kirchner regte an, auf dem Helmholtzplatz mobile Sozialarbeiter einzusetzen.

Im Januar werden sich Vertreter des Fördervereins Helmholtzplatz e.V. mit Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner zu einer ersten Gesprächsrunde treffen.

 

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