Flüchtlingsunterkunft Buch: 1.200 Besucher beim Tag der Offenen Tür | Prenzlberger Stimme

Flüchtlingsunterkunft Buch: 1.200 Besucher beim Tag der Offenen Tür

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Mit so viel Interesse hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mitte – Betreiber des “Containerdorfs” in Buch – nun wirklich nicht gerechnet. Nach Angaben von Manfred Nowak, Vorsitzender der AWO Mitte, kamen am Mittwoch 1.200 Bürger in die Großcurthstraße, um sich über die im April öffnende Bucher Flüchtlingsunterkunft zu informieren. Wegen des großen Andrangs musste die “Besuchszeit” um zwei Stunden verlängert werden.
 
02Nachdem sich eine Stunde zuvor der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Ex-Sozialsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) in ihrer Eigenschaft als Vertreter des im November von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) ins Leben gerufenen Berliner Flüchtlingsbeirates zusammen mit Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) ein Bild von der zukünftigen Flüchtlings-
unterkunft machten, öffneten sich um 11 Uhr die Türen der nun „AWO Refugium Buch“ geheißenen Objekts für die Öffentlichkeit.

Von Beginn an war der Andrang so groß, dass die Besucher nur Schubweise eingelassen werden konnten.

03In einem Raum gleich hinter dem Eingang informierten AWO- Mitarbeiterinnen über die Räumlichkeiten, in die ab April bis zu 480 Flüchtlinge einziehen werden.
In den drei baugleichen Gebäuden stehen für jeweils zwei Personen 15 Quadratmeter kleine Zimmer zur Verfügung. Familien werden in zwei solchen Zimmern untergebracht, die jeweils mit einer Verbindungstür verbunden sind. In jedem der drei Gebäude befindet sich jeweils behindertengerechter Wohn- und Schlafraum.
Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsräume und Spielzimmer

04für die Kinder. Toiletten und Duschen sind über den Flur erreichbar. Auf jeder Etage verfügt über eine Gemeinschafts-
küche, denn die Bewohner des „Refugiums“ werden Selbstversorger sein.
Bis zu 18 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stehen den Neu-Buchern zur Seite. Für die Kinder werden an den Schulen in Buch und Karow sogenannte „Willkommens-
klassen“ eingerichtet. Das sind kleine Lerngruppen, in denen erste Deutschkenntnisse vermittelt werden. Danach werden die Schüler in den normalen Schulbetrieb integriert.

Lioba Zürn-Kasztantowicz (rechts): Ausreichend Platz in den Schulen

Lioba Zürn-Kasztantowicz: Ausreichend Platz in den Schulen

Wie Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz gegenüber der Prenzlberger Stimme erklärte, sei die Lage an den Bucher und Karower Schulen – im Gegensatz zum großen „Rest“ des Bezirks – relativ entspannt, so dass es bei der Aufnahme der Schüler keine Probleme gebe. Die zusätzlich benötigten Lehrkräfte werden vom Senat eingestellt und finanziert.

Damit das „Containerdorf“ – beziehungsweise das „AWO Refugium Buch“ – das sich direkt an das Wohngebiet anschließt, kein isoliertes „Raumschiff“ bleibt und dessen zukünftige Bewohner sich möglichst schnell in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden, hatte sich Ende vergangenen Jahres ein Unterstützerkreis für die künftige Flüchtlings-
unterkunft gebildet. Der hatte es anfangs nicht leicht, bei

06den Bucher Bürgern für Akzeptanz zu werben. Denn nach der überstürzten und vom Senat höchst unprofessionell kommu-
nizierten Entscheidung
für den Standort Buch, hatten Nazis um den Pankower NPD-Chef Christian Schmidt mehrere „Protestdemonstrationen“ organisiert, an denen teilweise über 200 Menschen teilnahmen.
Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, wie nicht nur die große Zahl der Besucher vom Mittwoch belegt. So gingen bereits im Vorfeld der Informationsveranstaltung bei den Unterstützern zahlreiche Sachspenden ein. Es gibt Angebote zur Hausaufgabenhilfe für die Kinder, gebrauchte Fahrräder wurden vorbeigebracht und aufgearbeitet.
 

Senatsverwaltung behindert Transparenz

Auf diese Unterstützung will die AWO Mitte auch weiterhin setzen – zusammen mit dem von der Albatros gGmbH betriebenen Bürgerhaus Buch. Umso unverständlicher erscheint da die Haltung des Sozialsenator Mario Czaja untergeordneten Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo), das sich nach Aussage von Manfred Nowak, Vorsitzender der AWO Mitte, strikt gegen die Durchführung des Tages der Offenen Tür stellte.

Probleme mit dieser Behörde hatte zuvor auch schon der Wahlkreisabgeordneten für Buch, Karow und Französisch Buchholz Rainer Michael Lehmann. Der SPD-Politiker, der auch Integrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus ist, wurde von vorbereitenden Gesprächen bezüglich eines Sicherheitskonzeptes seitens des LAGeSo ausgeschlossen – weil es sich, so das LAGeSo, um eine „amtsinterne“ Angelegenheit gehandelt habe. Offenbar scheint das Landesamt, das in jüngerer Vergangenheit immer mal wieder für negative Schlagzeilen sorgte, kein Interesse an der Kompetenz vor Ort zu haben.

 

 
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