Das Finale: SV Buchholz – SV Empor Berlin | Prenzlberger Stimme

Das Finale: SV Buchholz – SV Empor Berlin

Wer zu spät kommt, den bestraft… der Schiedsrichter mit einem pünktlichen Anstoß und den bestrafen eben auch die Spieler mit frühen Toren. Und so musste sich der Bericht-
erstatter betreffs der ersten beiden Empor-Treffer von Sören Stefan (2. Minute) und Robert Gärtner (8. Minute) mit Augenzeugenberichten zufrieden geben. Dabei weiß doch schon jeder Kriminalistikstudent: Es gibt nichts unzuver-
lässigeres als Augenzeugen. Die einen sagen so, die andern sagen so. Und je nach Zugehörigkeitsgefühl zum einen oder anderen Verein, fiel dann auch die Auskunft über das
Zustandekommen der jeweiligen Torschüsse aus.
Während aus dem Umfeld der Blauen berichtet wurde, dass die Treffer hervorragend herausgespielt und gegen eine clevere Abwehr noch viel cleverer abgeschossen wurden, verlautete dagegen aus den Reihen der Roten, dass beide Tore lediglich der momentanen Dusseligkeit der eigenen Abwehr geschuldet waren, die die gegnerischen Mannen quasi in einem Anfall von Verwirrtheit in den Strafraum hineingebeten, eine Gasse gebildet und so den Weg zum Tor freigegeben hätten…

Übereinstimmung herrschte jedoch darüber, dass die Tore überhaupt gefallen waren.
Immerhin.
Denn das, was der Autor dieser Zeilen – seit der zehnten Spielminute höchstselbst vor Ort – erblickte, ließ ihn auch daran zweifeln.
War dieses da lustlos über den Platz tändelnde Etwas tatsächlich Empor Berlin? Jene Mannschaft, die bisher alle Spiele souverän gewonnen und so manchen Gegner regelrecht an die Wand gespielt hatte? Der Berlin-Ligist und haushohe Favorit?

Und: War jenes fast schon devot daherschleichende rotbedresste Trüppchen wirklich der überraschende Newcomer des Turniers, gefürchtet ob der Respektlosigkeit vor jedwedem Widerpart? War das die Mannschaft des blitzschnellen Zuschlagens und des knallharten Körpereinsatzes?
Was, um alles in der Welt, hatte man den Spielern ins Essen getan? Gabs Pilze…?

Nur momentweise flackerte da etwas auf, bei dem man erahnen konnte, wie es beide Teams geschafft hatten, ins Finale vorzudringen.

So in der 30. Spielminute, als Tobias Otto einen endlich mal gelingenden Angriff der Buchholzer kurz entschlossen mit einem Schuss krönte, der dann auch prompt im Empor-Tor landete. Da nun wachten auch die Favoriten für ein Minuten auf und und lüpften ein wenig die Decke, unter der sie ihr Können so dorgsam verborgen hatten: Kurze Kombinationen, Schuss, Tor! Doch nachdem Robert Gärtner in der 34. Minute den Zwei-Tore-Abstand wiederhergestellt hatte, hielt erneut Tristesse Einzug. Erlösung brachte erst der Halbzeitpfiff.

Nach dem Wiederabeginn wirkten zumindest die Buchholzer etwas konzentrierter – wiewohl noch weit entfernt von ihrer in den Spielen zuvor gezeigten Spritzigkeit.
Doch es gab nun öfter einmal Angriffsversuche zu sehen, mit denen die Empor-Abwehr so ihre Probleme hatte. Und als in der 61. Minute ein Prenzlauer Berger Verteidiger eine nicht ganz regelgerechte Problemlösung innerhalb des eigenen Strafraumes exekutierte und einen Buchholzer dabei zu Fall brachte, zeigte der Referee auf den Elfmeterpunkt.

Eric Anders nahm Anlauf und platzierte die Kugel in die richtige Ecke. nUnd plötzlich schien es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt: Angefeuert durch die zahlreich erschienen Anhänger, liefen die Männter von Trainer Jürgen Suchanek zu der von ihnen gewohnten Form auf. Mit einmal war er wieder da, der Kampfgeist, der die Spieler nach jedem Ball laufen ließ; auch das frühe Attackieren des Gegners, die überraschenden Vorstöße und die Schüsse aus jeder Lage waren nun wieder häufiger zu sehen.

Nun versuchte auch Empor, die Zügel etwas straffer zu ziehen – allerdings ohne zählbaren Erfolg. Während die Hintermann-
schaft ihre liebe Not mit den nun immer wieder vorpreschen-
den Buchholzer Spitzen hatte, vergaben die Emporaner vorn wenigstens zwei „sichere“ Möglichkeiten vor dem leeren Tor des Gegners.
Und als wiederum Tobias Otto in der 74. Minute mit einem Superschuss den Ball unhaltbar ins Gehäuse trieb und danit der 3:3-Gleichstand hergestellt war, kannte der Jubel beim

Buchholzer Anhang keine Grenzen – und jeder ahnte wohl : Hier geht noch was.
Und es ging.
Nur fünf Minuten später machte Tobias Otto seinen Dreier voll und schoss das 4:3-Siegtor für den SV Buchholz. Freunde und Vereinskameraden waren nicht mehr zu halten und stürmten vor Freude das Spielfeld. Der Schiedsrichter hatte ein Einsehen und beließ es bei einer nachsichtigen Ermahnung.
Die letzten elf Minuten sahen eine weiter beherzt spielende Buchholzer Elf und eine hektischer und konfuser werdende
Mannschaft von Empor Berlin, der die Kaltblütigkeit fehlte, um noch einmal konzentriert gegenzuhalten.

Was als Zumutung begann, endete als ein Fußbllfest voller Spannung und Dramatik: Kreisliga A schlägt Berlin-Liga, die unterklassige Mannschaft dreht einen 1:3 Rückstand noch zu einem 4:3 Sieg um und knöpft dem scheinbar übermächtigen Rivalen in der letzten Viertelstunde noch den Pokal ab.

Manchmal kann Fußballgucken richtig Spaß machen…
 

 

Die Bilder vom Spiel kann man sich als Dia-(“Slide”)Show ansehen, wenn man auf PicLens klickt.

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