Frugales Turnier in Moabit | Prenzlberger Stimme

Frugales Turnier in Moabit

Vielleicht ist man ja verwöhnt. Aber wann immer es ein von einem Verein ausgerichtetes Hallenturnier gibt, befindet sich an irgendeiner Ecke ein Buffet, an dem die Erwachsenen für kleines Geld Würstchen, Buletten und Kaffee erwerben und die Spieler sich mit ihren Hauptnahrungsmitteln Nougatbrötchen und Gummischlangen eindecken können. Der kleine Verkaufsstand wird in der Regel von den Eltern der Spieler des gastgebenden Vereins organisiert. Beim Turnier des Berliner Fußballverbandes (BFV) suchte man danach allerdings vergebens. Möglicherweise hat der BFV ja keine Eltern – und so war gut dran, wer sich seine Stullen samt Getränk in weiser Voraussicht mitgebracht hatte. Allen andern knurrte der Magen…

 

SV Blau-Gelb Berlin – SG Rotation Prenzlauer Berg

Nach nur einer Stunde Wartezeit durften die Rotationer zum ersten Mal auf das Parkett.
In den ersten zwei Minuten gegen die Blaugelben aus Weißensee sah das Spiel ziemlich ausgeglichen aus: Eine Trefferchance für Rotation, die vom gegnerischen Torwart sicher pariert wurde, und im Gegenzug eine Riesenmöglichkeit für die Weißenseer: Aguibou, der bei den Prenzlauer Bergern im Tor stand, war doch ein wenig zu weit nach vorn gelaufen und bot so den heranstürmenden Blau-Gelb-Spielern die Möglichkeit zu einem platzierten Einschuss. Der allerdings erfolgte nicht und der Ball landete weit neben dem Kasten. Das war es dann aber auch schon für Blau Gelb.

Denn von nun beherrschte Rotation das Geschehen. Die Prenzlauer Berger fegten mit einer geradezu fröhlichen Leichtigkeit durch die Halle: Mit Dribblings, Doppelpässen und einem mannschaftlichen Zusammenspiel, wie man es von den Jungs lange nicht gesehen hatte. Das erste Tor für Rotation fiel nach einem Schuss von Can, der den Weißenseer Torwart traf, jener den Ball aber nicht halten konnte, so dass er schließlich doch noch im Netz landete. Also: Der Ball , nicht der Torwart.
Danach ging das muntere Spiel der Rotationer weiter. Sie beherrschten den Gegner nach Belieben und gewannen fast jeden Zweikampf. Den 2:0-Endstand konnte Can dann drei Minuten vor Schluss ohne Mithilfe des Weißenseer Keepers erzielen.


 

SC Siemensstadt – SG Rotation Prenzlauer Berg

Der SC Siemensstadt zeigte sich selbstbewusst und suchte von Beginn an den Weg nach vorn. Rotation benötigte einige Minuten, um sich auf die offensive Spielweise der Mannschaft aus dem Bezirk Spandau einzustellen. Dann aber schienen die Prenzlauer Berger ihre technische Überlegenheit ausspielen zu können und machte Druck. Doch ein Konter machte die Hoffnung auf eine Führung zunichte: Nach einem erfolglosen Rotation-Angriff schaltete der SC Siemensstadt blitzschnell um, überrannte die nicht gerade glücklich agierende Rotation-Abwehr und brachten den Ball mit einem kräftigen Schuss an Aguibou vorbei über die Torlinie.

Die Rotationer versuchten nun den Rückstand wettzumachen, stürmten ein auf das andere Mal auf das gegnerische Tor – ohne allerdings die Siemensstädter Abwehr überwinden zu können. Bei den seltenen Gegenangriffen zeigte sich die Rotation-Abwehr darüber hinaus ziemlich unsicher.

In der buchstäblich letzen Minute konnte Aguibou einen scharf getretenen Foulfreistoß von der Mittellinie nicht auffangen, der Ball prallte zurück, ein Siemenstädter Spieler setzte nach – 2:0 für den SC Siemensstadt.


 

Frohnauer SC – SG Rotation Prenzlauer Berg

Die Mannschaft aus dem Nordwesten Berlins zeigte sich sowohl technisch, als auch läuferisch als ein sehr starkes Team. Im Spiel gegen Rotation war sie über lange Zeit die eindeutig bessere Mannschaft, die erheblich mehr Spielanteile für sich verbuchen konnte, als ihre Gegner.

Doch im Gegensatz zur vorangegangenen Begegnung mit dem SC Siemensstadt, stand die Abwehr der Prenzlauer Berger diesmal sehr sicher und bot den Frohnauern kraftvoll Paroli. Vereinzelte Gegenangriffe der Rotationer brachten allerdings nur wenig Entlastung.


Ein solcher war es paradoxerweise dann auch, der den Frohnauer Fußballern das einzige Tor des Spiels bescherte.
Alle Rotationer befanden sich in der gegnerischen Hälfte, als ein Abwehrschuss auf einen Frohnauer Spieler traf, der schnurstracks in Richtung Aguibou marschierte. Die überraschten Verteidiger von Rotation erreichten ihn erst, als der Ball bereits abgeschossen und am überwältigten Torwart vorbei ins Netz sauste.


 
Spiel um Platz 3

SG Rotation Prenzlauer Berg – SC Siemensstadt

Offenbar die 0:2 Niederlage gegen denselben Gegner noch im Hinterkopf, begann die Mannschaft der SG Rotation mit reichlich Respekt vor den Siemensstädtern. Doch schon bald kehrte Sicherheit bei den Jungs aus der Duckerstraße ein: Die deutlich erkennbare Überlegenheit in den Zweikämpfen stärkte das Selbstvertrauen sichtlich. Und so stand das Tor des SC Siemensstadt auch schon bald unter Dauerbelagerung der Rotationer. Und die zeitigte nach nur zweieinhalb Minuten den ersten Erfolg – 1:0 für Rotation.
Da diesmal auch die Abwehr der Prenzlauer Berger die Übersicht behielt, blieben die wenigen Konterversuche der

gegnerischen Spieler ohne Wirkung. So auch fünf Minuten vor Spielende, als Aguibou einen der wenigen Schüsse auf sein Tor sicher über die Grundlinie ablenkte. Den darauffolgenden Eckstoß parierte er souverän, übergab den Ball an Yannis, der dann über das gesamte Feld bis in den gegnerischen Strafraum hinein stürmte. Der erste Schuss saß noch nicht, dann zwei, drei Nachschüsse des aufgerückten Rotation-Sturms – und das 2:0 war im Kasten.
Dabei blieb es trotz drückender Überlegenheit der Schwarzweißen bis zum Schluss – Rotation Prenzlauer Berg belegte damit den 3. Platz des diesjährigen BFV-Hallenturniers.


 
Wer von den Spielern und Zuschauern bis dahin noch nicht den während des BFV-Turniers erworbenen Hunger-Ödemen zum Opfer gefallen war, wartete nun auf die Siegerehrung.
Das Warten war vergebens.
Während jedes noch so kleine Turnier eines Vereins mit der Überreichung von Pokalen und Urkunden endet, bei der die Wertschätzung der Veranstalter für Leistungen der Nachwuchskicker zum Ausdruck gebracht wird, scheint dies für den für den Berliner Fußballverband offenbar überflüssiges Brimborium zu sein.

Die Jungs von Teschsportplatz machten das Beste draus. Mit dem gemeinsamen Verzehr von mitgebrachten Dauerlutschern…

 

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Kommentar zu “Frugales Turnier in Moabit”

  1. Thorsten

    Feb 18. 2012

    Hallo SG Rotation Prenzlauer Berg

    Ihr seid leider nicht die einzigen, die in den letzten Tagen, vom BFV in Stich gelassen wurden. Wir die E4 des SC Staaken hatten am 12.02.12 unsere Hallenrunde. Wir sind als Organisator verdonnert worden.
    Wir haben es so hingenommen, weil es natürlich auch für unsere Mannschaftskasse kräftig geklingelt hat. (trotz Mannschaftsnichterscheinung)
    Wir hatten das Problem, das sich ein Trainer per Mail bei mir gemeldet hat und uns mitgeteilt hat, das er die Staffel tauscht mit einer anderen Mannschaft.
    Ich glaube das musste der BFV den betroffenen Ausrichtern doch mal mitteilen und nicht die angesetzten Mannschaften.
    Erst als ich unseren Staffelleiter Kontaktiert habe, sind dann neue Unterlagen bei uns eingegangen. ( 2 Tage vor dem Turnier)
    Der Knaller kam dann noch.
    Von 8 Mannschaften waren 4 anwesend.
    3 Mannschaften hatten ihre E4 Mannschaften schon zum Saisonstart abgemeldet und eine hat nicht abgesagt.
    Da fragt man sich doch als betroffener Verein ob da beim BFV nur Leute sitzen, die nur Reden aber nicht Handeln können oder wollen.
    Also den scheiß Turnierplan schnell mal neu anfertigen.
    Klasse!!!
    Im letzten Jahr gab es ja mehrere Hallenrunden 1 und 2. Runde.
    Die war bei uns eigentlich laut BFV Hallenplan auch Angedacht, aber die 1. Runde wurde nie ausgespielt.
    Zum Thema mit den Pokalen oder Urkunden.
    Im Jahr 2011 gab es nur für die ersten 3 Mannschaften eine Urkunde. Schade für die anderen Mannschaften, die auch eine Auszeichnung verdient haben.
    Dieses Jahr gab es über Haupt nix.
    Wir als Organisator haben uns das schon so gedacht und haben für alle Mannschaften Urkunden angefertigt.
    So ein Artikel wir Euer solltet Ihr mal zum BFV schicken, und mal um eine Stellungnahme Bitten.
    Mit freundlichen und sportlichen Grüßen
    Die E4 des SC Staaken 1919 e.V.

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